Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 09. Dezember 2008

Radwege - Bohren von dicken Brettern

Lübecker BUNT

Die vernachlässigten Radwege bleiben weiterhin ein heißes Thema. Senator Boden verkündete jetzt stolz, in diesem Jahr eine halbe Million Euro zusätzlich verbaut zu haben. Damit ist aber erst ein Viertel der zwei Millionen abgearbeitet, die 2007 dankenswerterweise von der damaligen CDU-Mehrheit durchgesetzt wurden. Lübeck könnte zur echten Radfahrerstadt werden - die topografische Lage ist ideal. Dass die Hansestadt jetzt erst langsam, gedrängt auch von der Beharrlichkeit der BUNT-Fraktion, das Thema als ernst und wichtig erkennt, ist ein begrüßenswerter Schritt. Er fällt uns allerdings viel zu bedächtig aus. Warum in aller Welt gelingen der Bauverwaltung in diesem maroden Radwegenetz nicht schneller Erfolge, obwohl das Geld dafür vorhanden ist? Viele wichtige Straßen Lübecks haben genügend Platz, um Radwege aufzunehmen. Stattdessen hoppeln Radfahrer über enge Trassen, müssen sich den kargen Raum mit entgegenkommenden Radfahrern oder Fußgängern teilen, während nebenan breite Straßen mit vier Spuren vor Leere gähnen und Verkehrsrowdies anlocken. Beispiele: Wir nennen hier die Untertrave (kein Radweg!), die Kanalstraße (Radweg auf schmalem Gehsteig) und große Teile der Ziegelstraße (über- breit). Hier und andernorts könnte Herr Boden rasche Erfolge mit wenig Aufwand feiern, indem er neue Radwege auf den Fahrbahnen markieren lässt - am bes-ten durchgängig in rot oder zumindest mit einem auffälligen Seitenstreifen. Lübeck hat über 700 Kilometer Autostraßen - aber nur 190 Kilometer Radwege. Diese Schieflage zu beseitigen, ist die dringendste Verkehrsaufgabe der Hansestadt.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autor: Dieter Müller-Jacobsen

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