Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. Dezember 2008

Nicht unüberlegt Tiere verschenken

Mit lebenden Gaben sollte bedacht Freude bereitet werden

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit, in der Wünsche erfüllt werden und die Menschen ihre Herzen öffnen. Viele Kinder wünschen sich von ihren Eltern jetzt einen kleinen Vierbeiner, einen treuen Begleiter. Einen Hund, der mit ihnen spielt, ihnen ihre Liebe zeigt. Oder eine Katze, die auf Samtpfoten schnurrend um die Beine schleicht und auch mal als Ersatz für ein Wärmekissen dienen kann. Das Leben mit Tieren ist schön - Tiere lieben ihre "Futterdosenöffner" ohne Wenn und Aber. Ebenso ist für Kinder das Zusammenleben mit einem Tier pädagogisch wertvoll. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und sich um ein Lebewesen zu kümmern.

Dennoch warnt Nicole Stellmacher vom Tierheim Lübeck vor übereilten Handlungen. Sie appelliert an Eltern und alle, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Haustier zuzulegen: "Als allererstes muss die gesamte Familie mit dem Familienzuwachs einverstanden sein. Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass auch sie Arbeit mit dem Tier haben werden. Mein Rat ist, vor dem Tierkauf erst einmal ein Fachbuch zu lesen". Dann könnten alle Für und Wider diskutiert werden. Zudem seien gerade die Feiertage Stress für Tiere. "Sie brauchen Zeit, um sich einzugewöhnen. Zu den Festtagen geht es oft lebhaft in Familien zu. Mein Rat für werdende Tierbesitzer: Weihnachten abwarten und erst dann einen Vierbeiner kaufen".

Die Leiterin des Tierheimes spricht aus Erfahrung: "Zu den Frühjahrs- oder Sommerferien werden gerade Katzen oft einfach laufen gelassen. Ein Katzensitter oder eine Pension ist für viele Familien zu teuer". Auch Kleintiere - Mäuse, Ratten, Meerschweinchen - werden ausgesetzt, allerdings in Kartons.

Momentan haben 35 Hunde und 105 Katzen ein Zuhause im Tierheim gefunden. Bei den Kleintieren sind es 20 an der Zahl. Die Hunde sind in Zwinger auf dem Freigelände einquartiert. Hübsche Kerlchen sind unter ihnen, aber auch manch trauriger Genosse, dessen Zukunft wohl über das Gnadenbrot im Tierheim nicht hinausgehen wird. Die Katzen haben sowohl im Tierheim-Gebäude ein lauschiges Plätzchen gefunden als auch auf dem Gelände. Hier haben sie die Möglickeit an der frischen Luft zu spielen und zu klettern. Zutraulich sind fast alle, schnurren einem schon bei der Ankunft um die Beine und wollen gestreichelt werden. Ein "Babyzimmer" für die Kleinsten von ihnen gibt es natürlich auch. Letztere finden als erste neue Besitzer, da die meisten Katzenliebhaber junge Katzen bevorzugen. Ihnen sei gesagt - auch bei den "großen" Katzen ist so manches Juwel dabei.

Wer schon genug Katzen hat, dennoch seine Tierliebe mehr Katzen geben möchte, ist im Tierheim als "Katzenkuschler" herzlich willkommen. "Wir brauchen noch Menschen, die einfach mal die Katzen streicheln, mit ihnen reden und spielen", so Nicole Stellmacher. Weiterhin werden Ehrenamtliche gesucht, die die Unterkünfte von vermittelten Tieren kontrollieren. "Besonders in Moisling und Buntekuh".

Wie groß die Spendenbereitschaft ist, konnte Nicole Stellmacher zum traditionellen "Weihnachten für die Tiere" feststellen. Vereinsmitglieder und Tier-Besitzer, die sich für einen Vierbeiner aus dem Tierheim entschieden, spendeten fleißig Futter und Spielzeuge.

Interessierte können sich beim Tierschutz Lübeck und Umgebung e. V., Resebergweg 20, Telefon 0451/306911, E-Mail: info@tierheim-luebeck.de melden oder dem Tierheim direkt einen Besuch abstatten. msn

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de