Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 17. Dezember 2017

Ausgabe vom 16. Dezember 2008

Geld stinkt manchmal

Bündnis 90 / Die Grünen

Regierung und Staatsapparat der früheren DDR werden im Westen oft als Unrechts-Regime bezeichnet. Unter Ausschluss von Bürgerbeteiligung hat das Regime für seine Devisen-Erwirtschaftung Ende der Siebzigerjahre im Sperrbereich seiner Grenze zu Lübeck die größte Giftmülldeponie Europas geplant. In einem Planfeststellungsverfahren westlichen Standards wäre die Einrichtung der für westliche Firmen kostengünstigen Deponie Schönberg auf dem Ihlenberg nicht möglich gewesen. Gutachter unterschiedlicher Fachrichtungen nennen den Deponiebetrieb eine Art Störfall und die Ablagerung von Giftmüll an diesem Ort eine Zeitbombe. Trinkwasserbrunnen im Osten Lübecks wurden inzwischen stillgelegt. Eine Studie der Universität Greifswald hat eine erhöhte Anzahl von Krebserkrankungen bei den Mitarbeiter-Innen der Deponie fest gestellt. Die Bürgerschaft beschloss im November, dass die Untersuchungen auf Lübeck bezogen fortgesetzt werden sollen. Jetzt hat der Bürgermeister auf Anfrage der GRÜNEN eine Liste Lübecker privater und städtischer Firmen zusammen gestellt, die zu den Lieferanten der kostengünstigen Deponie gehören. Die Liste ist lang und erschreckend. Schließung und Sanierung der Deponie bleiben aktuell und für den Betreiber wird es "eng". Die Ihlenberger Abfallentsorgungs-Gesellschaft hat dem Bürgermeister mitgeteilt, dass sie ihre Spendenzahlungen für Lübecker ökologische, soziale und kulturelle Projekte gegebenenfalls überdenken wolle. Wird die Liste der Spendenempfänger auch lang und erschreckend sein?

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

Autor: Hans-Jürgen Schubert

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