Ausgabe vom 19. Januar 2010
Winterdienst auch fürs Radfahren
Autor: Raúl Mácola Navarro
Lübecker BUNT
Eine clevere Antwort Lübecks auf die Klimabedrohung könnte heißen, sich zu einer echten Fahrradstadt zu entwickeln, wo die Bürger ihr Auto stehen lassen und alle kurzen und mittellangen Strecken mit eigener Kraft und schadstofffrei zurücklegen. Das ebene Gelände der Hansestadt ist dazu die beste Voraussetzung. An anderen günstigen Bedingungen hapert es allerdings noch sehr. Wir haben weder ein leistungsfähiges und komfortables Radwegenetz, noch eine ausreichende Pflege der vorhandenen Strecken. Dazu gehört auch ein guter Winterdienst, den wir in diesen Schneetagen schmerzlich vermissen. Viele Lübecker schütteln ihre Köpfe, wenn sie sehen, dass es trotz Eis und Schnee Leute gibt, die nicht auf den Drahtesel verzichten. Doch für diese Leute ist es wegen hoher Bus- und Benzinpreise die einzige Möglichkeit zur Arbeit, Schule oder zum Sport zu kommen. Das muss auch im Winter möglich sein! Doch wie wir in den vergangenen Tagen leider erleben mussten, sind die meisten Wege abseits der Autostraßen nicht geräumt. Im Gegenteil: Der Schnee von den Autostraßen landet auf Rad- und Fußwegen und wird dort tagelang nicht beseitigt, wie auf der Burgtorbrücke - eine besonders gefährliche Ecke. Scharfkantiger Split sorgt zudem für Plattfüße, Spurrillen erhöhen überall die Sturzgefahr. Auch Kantsteine, die unter Schnee versteckt sind, sind eine echte Gefahr. Im nächsten Winter, wenn statt "Daisy" vielleicht Sturmtief "Günther" kommt, wünschen wir uns für Fußgänger und Radfahrer durchgehend und öfter geräumte Straßen - zumindest an den Hauptverkehrachsen. Das ist doch nicht zuviel verlangt!
V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm




