Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 30. Dezember 2009

Viel Glück im neuen Jahr!

Über die Tradition des Schornsteinfeger-Berufes und seine Bedeutung

Diese Jungs sind immer gern gesehen, und ganz besonders zu dieser Jahreszeit - kurz bevor das neue Jahr beginnt. Schornsteinfeger sind das lebende Glückssymbol schlechthin.

Die Ursprünge des Berufes der Schornsteinfeger (mittlerweile vermehrt auch Schornsteinfegerinnen) liegen im frühen Mittelalter. Städte wurden gegründet und die Häuser, meist aus Holz, schmiegten sich dicht aneinander. Gekocht und sich gewärmt wurde an offenen Herdfeuern, der Rauch über Schornsteine, ebenfalls aus Holz, aus dem Haus geleitet. Hier setzte sich Ruß ab, der sich leicht entzündete und über den Schornstein das ganze Haus und auch umliegende Häuser in Brand stecken konnte. Ganze Städte wurden damals durch Feuersbrünste vernichtet. Um diese Feuer zu vermindern, erließen die Stadtväter so genannte "Feuer-Ordnungen", die die Hauseigentümer verpflicheten, ihre Schornsteine mindestens zweimal jährlich reinigen zu lassen. Taten sie es nicht und es kam zu einem Brand, mussten sie Strafe zahlen. Kam es trotz Reinigung zum Brand, brauchten Eigentümer keine Strafe zahlen. Der Schornsteinfeger brachte also damals schon das Glück zu den Menschen - indem er sie vor Schaden oder auch Strafe bewahrte. Aus der damaligen Zeit stammt der Satz: "Zum Glück gibt's den Schornsteinfeger".

Seither hat sich in den Städten und Häusern einiges geändert, ebenso am Berufsbild der "schwarzen Männer und Frauen". Ruß- und ölverschmiert bekommt man sie zwar immer noch zu Gesicht, doch sind auch Messungen der Schadstoffemissionen eine zentrale Aufgabe des Schornsteinfegers geworden. Er prüft Schornsteine, Abgasleitungen, Verbindungsstücke sowie Feuerstätten und berät, um Brennstoffe optimal zu nutzen. Zudem muss er sich in Bau-, Heizungs- und Brandschutztechniken bestens auskennen. Deutschlandweit gibt es rund 8.000 Schornsteinfegerbetriebe mit je einem Kehrbezirk, in denen rund 20.000 Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger beschäftigt sind. Seit 1935 haben deutsche Schornsteinfeger Gebietsschutz in ihrem Kehrbezirk. Am 12. März dieses Jahres ist die Reform des Schornsteinfegergesetzes vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Künftig behalten Bezirksschornsteinfeger ihren Kehrbezirk nicht automatisch bis zur Rente und auch ausländische Kehrer mit gleichwertiger Qualifikation können in Deutschland arbeiten.

Das Gesetz soll nach einer fünfjährigen Übergangszeit ab 2013 in Kraft treten. msn

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