Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. Dezember 2009

Silvester feiern - aber sicher

Wie das Fest zum Jahreswechsel mehr Freude beinhaltet als Gefahr

Das neue Jahr beginnt und auch Lübeck wird es wieder mit Raketen und Böllern begrüßen. Wer die Silvesternacht genießen will, dem rät die HUK-COBURG, nur Feuerwerkskörper zu verwenden, die die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) getestet hat. Sie sollten in einwandfreiem Zustand und unbeschädigt sein. Lässt sich eine Rakete oder ein Böller nicht gleich zünden, weg damit! Sonst drohen Verletzungen.

Besonders Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren gehören zur Hauptrisikogruppe, weil sie unbeaufsichtigt Feuerwerkskörper zünden oder sich am Neujahrstag an Blindgängern verletzen. 70 Prozent der Feuer-

werksunfälle betreffen die Augen - in der Regel verursacht durch einen zu geringen Sicherheitsabstand. Prof. Dr. Horst Wilms, Bundesarzt der Johanniter: "Wenn Fremdkörper ins Auge geraten, sollten diese nicht von Laienhelfern entfernt werden. Es gilt, schnell den Rettungsdienst zu alarmieren." Wilms warnt auch vor Verbrennungen und Lärm: "Silvesterböller erreichen eine Lautstärke bis 175 Dezibel. Das ist lauter als ein Presslufthammer und kann ein Knalltrauma auslösen und die Innenohren unheilbar schädigen. Verbrennungen sollten sofort mit Wasser gekühlt werden, bis der Schmerz nachlässt. Treten neben der Verbrennung blutende Wunden auf, kann man nicht kühlen."

In diesem Fall gehe die Wundversorgung vor und der Verletzte müsse vor dem Unterkühlen geschützt werden.

Auch Gebäude sind gefährdet. "Wenn Balkon oder Terrasse voll gestellt sind, erhöht sich die Brandlast ungemein", warnt Ralf Ackermann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). "Vor allem leicht entzündliche Materialien wie Papier oder der trockene Weihnachtsbaum sollten in der Silvesternacht nicht draußen gelagert werden. Sie könnten durch einen fehlgeleiteten oder gar gezielt abgeschossenen Böller in Brand gesetzt werden", erklärt Ackermann. Ein solcherart angefachtes Feuer könne sich unter Umständen auch in die Wohnung ausbreiten.

Die Landespolizei Schleswig-Holstein erklärt: "Nach dem Sprengstoffgesetz und der Sprengstoffverordnung ist es verboten, Feuerwerkskörper in der unmittelbaren Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und Kinder- und Altersheimen abzubrennen. Gezündete Feuerwerkskörper nicht in die Nähe von Mensch und Tier werfen."

Besonderes gilt auch für Tiere: "Am Silvestertag sollten weder Hunde noch Katzen unbeaufsichtigt nach draußen", so Martina Schnell, Heimtier-Expertin von VIER PFOTEN. "Kleintiere, Katzen oder Vögel überstehen die Silvesternacht am besten, wenn sie in einem ruhigen Zimmer mit geschlossenen und verdunkelten Fenstern untergebracht werden. Verantwortungsbewusste Besitzer bleiben in der Silvesternacht bei ihren Tieren oder organisieren eine zuverlässige Betreuung. Auf keinen Fall sollten die Tiere Silvester allein bleiben". fem

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