Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. Dezember 2009

Sicherheit für Hafenarbeiter

Stadt, Verdi und der Hafen unterzeichneten Arbeitnehmersicherung

Ein für die rund 1.000 Hafenarbeiter wichtiger Termin fand kürzlich im Roten Saal des Rathauses statt. Die LHG-Geschäftsführung sowie Verdi- und Betriebsratsvertreter unterzeichneten mit Bürgermeister Bernd Saxe die Arbeitnehmersicherung für die Hafenarbeiter. In zahlreichen Sitzungen konnten alle Beteiligten einen gemeinsamen Konsens finden. Hintergrund ist der Einstieg der Firma Rreef in den Lübecker Hafen mit 25,1 Prozent. Ein entsprechender Beschluss wurde in der Bürgerschaft am 4. März dieses Jahres gefasst unter der Voraussetzung, dass die Gespräche zum Abschluss der Arbeitnehmersicherung fortgesetzt werden. Im Sommer war es dann soweit: "Wir haben zirka 60 Sitzungen, teils mit heftigen Diskussionen, gebraucht", beschreibt Saxe. Hier treffe die Aussage zu: "Gut Ding will Weile haben".

Der Kern der Arbeitnehmersicherung beinhaltet den Schutz der Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten des Hafens, der Tochtergesellschaften und des Hafenbetriebsvereins (HBV). Bis zum Jahr 2013 sind LHG-Arbeiter generell vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, von 2014 bis 2017 muss der Betriebsrat zustimmen. Für die HBV-Beschäftigten stellt die Stadt ein drei-Millionen-Euro-Paket für den Fall zur Verfügung, dass es aufgrund der Hafenprivatisierung zu Kurzarbeit kommt. Aus diesem Topf wird das Kurzarbeitergeld bezahlt und die Hafenbetriebsverein-Beschäftigten in anderen Betrieben eingesetzt.

"Der Prozess um den Lübecker Hafen hat insgesamt zwei Jahre gedauert", so Verdi-Gewerkschaftssekretär Gerhard Mette. Verdi wehrte sich von Anfang an gegen eine Teilprivatsierung, konnte sie aber nicht verhindern. "Wir dachten, wir hätten die besseren Argumente. Dem war nicht so".

Dennoch konnte Verdi durchsetzen, dass keine 90 Prozent des Hafens verkauft werden. Mit dem jetzigen Anteilseigner Rreef zeigt sich Mette zufrieden: "Es besteht eine Ebene aus Achtung, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung". Alle Vertragsseiten hätten dafür gesorgt, dass es den Beschäftigten gut gehe. "Das ist nicht nur Aufgabe der Gewerkschaften, sondern auch von Unternehmen". Hans-Gerd Gieleßen, einer der beiden LHG-Geschäftsführer, sagte. "Es sitzen eine Menge Gewinner an diesem Tisch". Die LHG habe einen Partner bekommen, der den Hafen in schwierigen finanziellen Zeiten mit Geld versorgen könne. "Gerade jetzt in Zeiten der Finanzkrise ist das wichtig".

Doch mit der Hansestadt Lübeck und Rreef als Partner habe er ein sicheres Gefühl. "Die Stadt hat den Hafen in den letzen zehn bis 15 Jahren excellent begleitet", so Gieleßen weiter. msn

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