Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 06. Januar 2009

Gute Vorsätze für 2009

Die Bewohner der Hansestadt wollen sich ändern

Das neue Jahr ist noch keine Woche alt. Silvester haben gute Vorsätze Hochkonjunktur. Doch wie lang halten die Vorsätze wirklich an? Sind die ersten schon verpufft und was nehmen sich die Lübecker eigentlich vor? Die Lübecker Stadtzeitung fragte in der Hansestadt nach:

Rheinhilde Voss: "Nach den Festtagen möchte ich wieder weniger essen. Auf die Figur muss man schon achten", erzählt die 68-Jährige. Aber wie lang der gute Vorsatz wirklich andauere könne sie nicht sagen. Besonders aber könne sie nichts versprechen: "Es kribbelt jetzt schon, wenn ich am Naschregal vorbei gehe." Ansonsten sehe sie das neue Jahr gelassen. "Was soll ich mir sonst noch groß vornehmen. In meinem Alter bekommt man die größten Macken eh nicht mehr weg, Sparen muss eh ein jeder und viel bleibt doch dann nicht mehr über."

"Ich nehme mir jedes Jahr erneut vor, mehr für die Uni zu machen", erzählt Laura Geschrey. Die Studentin vermutet, dass sie aber auch in diesem Jahr schon bald wieder aufgeben wird. "Gute Vorsätze sind nichts für mich. Was einmal drin ist, bekommt man nicht so leicht wieder raus." Außerdem sei die Verlockung viel zu groß, sich doch wieder ablenken zu lassen. Zum Studium gehöre das aber wohl mit dazu. "In meiner Kindheit war das anders. Meine Mutter hat damals die guten Vorsätze unserer Familienmitglieder aufgeschrieben und täglich neu abgehakt. Als ich 17 war und es ums Rauchen ging, ist der Plan aber ziemlich kläglich gescheitert", lacht die 26-Jährige.

Werner Geist hält nicht viel von guten Vorsätzen: "Man hat doch sonst nichts. Warum soll man dann noch mehr Abstriche machen, nur weil das neue Jahr angefangen hat?" Seine Frau aber, so der 58-Jährige, sei schon empfänglicher für diesen Brauch: "Abnehmen steht wohl auf Platz eins, wie jedes Jahr. Dann will sie wohl nichts mehr auf den letzten Drücker machen, an alle Geburtstage denken und Haushaltsbuch führen." Aber das werde wohl wieder nicht lang anhalten, lacht Werner Geist.

Philipp Bögel ist 19. Der Auszubildende hat sich für dieses Jahr erstmals was vorgenommen. "Und dann gleich so viel", schmunzelt er. Neben dem Bestehen aller Prüfungen, wolle er wieder mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Außerdem wolle er gelassener werden und sich nicht mehr so schnell provozieren lassen. "Sparen wäre auch gut und immer Party muss wohl auch nicht sein." Viele Kumpels von ihm hätten Silvester geschworen, mit dem Rauchen aufzuhören, aber am Neujahrstag hätten sie alles wieder vergessen. "Das soll mir nicht passieren. Ich hab meine guten Vorsätze auf einen Zettel geschrieben. Vielleicht hilft das ja."

So verschieden die guten Vorsätze auch sind, so verschieden sind auch die Taktiken, die Vorsätze so lang wie möglich zu erhalten. Die Lübecker Stadtzeitung jedenfalls wünscht allen Lesern ein gesundes und frohes 2009 und viel Erfolg beim Verfolgen der gesteckten Ziele.

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