Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 16. Dezember 2017

Ausgabe vom 06. Januar 2009

"Vorübergehn der Stäbe"

Bündnis 90 / Die Grünen

Mit dem Bürgerschaftsbeschluss zum Auslaufen des Pachtvertrags für den Tierpark ist die Möglichkeit geschaffen worden, Tiere aus den beengten Verhältnissen in Israelsdorf in Auffang-Stationen und -Gehege anzusiedeln, in denen auch Betreuung bei Verhaltensstörungen erfolgen kann. Wenn sich die Beteiligten darauf einigen, wird dies zum Wohl der Tiere das Günstigste sein. Eine Erweiterung des Tierparks in Israelsdorf ist ohnehin nicht machbar, da die Landschaft dort einen starken Naturschutzstatus hat. Ein neuer Zoo hätte einen sehr großen Platzbedarf, damit die Tiere nicht nur Bewegungsfreiheit haben, sondern sich auch von den Besuchern zurückziehen können; denn Tiere haben ihre eigenen Bedürfnisse und sind keine Ausstellungstücke.

Ob Lübeck einen neuen Tierpark braucht, ist jedoch fraglich. Am Dummersdorfer Ufer und auf dem Jugendnaturschutzhof Ringstedtenhof haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, landwirtschaftliche Nutztiere in artgerechter Haltung und authentischer Landschaft zu erleben, auch der Bauspielplatz Roter Hahn hat Eigenschaften eines "Streichelzoos" im besten Sinn. Domestizierte Tiere, die nicht unter Platzmangel und Langeweile leiden, können dort von kleinen und großen Gästen ohne schlechtes Gewissen besucht werden.

Wildtiere, die im Kreis laufen und vom "Vorübergehn der Stäbe" müde werden, wie Rilke es empathisch darstellte, haben in Gefangenschaft nichts zu suchen, auch nicht unter dem Vorwand des Artenschutzes. Den Wildtieren müssen wir durch Natur- und Umweltschutz die Lebensräume erhalten.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

Autor: Hans-Jürgen Schubert

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