Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 13. Januar 2009

Kühles Hamburger Nass

Hansestadt bezieht Trinkwasser aus Großhandsdorf

Vor gut eineinhalb Jahren wurde der Wasserliefervertrag zwischen den Stadtwerken Lübeck und den Hamburger Wasserwerken unterschrieben.

Der Inhalt: Eine Trinkwasserlieferung für zunächst 30 Jahre, angefangen bei 3,2 Kubikmeter pro Jahr, die auf bis zu fünf Kubikmeter pro Jahr ausgeweitet werden können.

Nach einjähriger Bauzeit wurde vergangenen Dienstag die Pumpstation im Gewerbegebiet Roggenhorst angeschaltet. Das Wasser, das hier in den 4.000 Kubikmeter fassenden Ausgleichsbehälter fließt und von dort in das Leitungsnetz Lübecks gepumpt wird, hat einen 37 Kilometer langen Weg vom Wasserwerk Großhansdorf hinter sich. Die "lange" Leitung hat einen Durchmesser von 60 Zentimeter und führt zweimal unter die Autobahn A1, zwei Bundesstraßen und einer Bahntrasse entlang. Einmal überquert die Leitung die Trave. Die 3,2 Kubikmeter Trinkwasser sollen rund ein Drittel des Wasserbedarfs der Hansestadt decken. Der Gesamtbedarf Lübecks an Trinkwasser liegt bei zirka 13 Millionen Kubikmeter.

"Die Vereinbarung bietet für beide Seiten Vorteile", sagte Stefan Benzinger von Hamburg Wasser bei der Eröffnung der Pumpstation. Für Lübeck sei der Bezug des Trinkwassers aus Hamburg billiger als der ursprüngliche geplante Bau eines neuen Wasserwerkes bei Geschendorf. "Die Hamburger sparen immer mehr beim Wasserverbrauch, dadurch ergaben sich freie Kapazitäten wie jetzt beim Wasserwerk in Großhansdorf", so Benzinger weiter.

Als ein "ehrgeiziges und sportliches Ziel", dessen Erreichung wunderbar geklappt habe, bezeichnete Martin Pieper, Wasserversorgungsleiter der Stadtwerke, das Projekt. Er verrät einen weiteren Grund, warum das Lübecker Wasser jetzt mit dem Hamburger vermischt werde: "Unser einheimisches Wasser ist zunehmend mineralisiert und schmeckt dadurch immer salziger". Dennoch: Weicher werde das Wasser auch durch die Vermischung nicht. Lübecker Wasser habe den Härtegrad 3, Hamburger Wasser Härtegrad 2. Die gelieferte Wassermenge aus Hamburg sei zu wenig, um den hiesigen Härtegrad nach unten zu schrauben.

Pieper gab noch Einblicke in die Geschichte der Lübecker Wasserversorgung: Wasser aus der Wakenitz wurde bis 1972 in die Hansestadt-Haushalte geliefert, dann aus den Wasserwerken Kleinensee und Groß Disnack. Hier soll die Wasser-Förderung künftig eingeschränkt werden.

Und könnte es Probleme mit der Wasserversorgung durch anhaltende frostige Temperaturen geben? "Nein, zumindest nicht in unserer neu gebauten Leitung", erklärte Stefan Benzinger. Das Rohr liege zwischen 1,50 und zwei Meter in der Erde. Ein Einfrieren sei auch durch das stete Fließen so gut wie unmöglich, so Benzinger. msn

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