Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 13. Januar 2009

Mehr als 1.700 Gäste auf IHK-Empfang

Labskausessen nach Vorträgen über Wirtschaftskrise

Am vergangenen Mittwoch fand in der MuK der diesjährige Neujahrsempfang der IHK Lübeck statt. Mehr als 1700 Gäste kamen zu Vorträgen und Labskausessen. Das Thema schlechthin war natürlich die Wirtschaftskrise. Die Hauptredner, unter ihnen auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, kamen nicht umhin, das Wort des Jahres 2008 mehrmals in den Mund zu nehmen.

"Weder ist uns der Weltuntergang angekündigt, noch ist ein neuer Weltkrieg entfacht und ein außerirdischer Angriff steht auch nicht bevor. Kein Zweifel, wir haben eine weltweit grassierende Finanzmarktkrise zu bewältigen. Eine Krise, rasant und ansteckend wie die Weltwirtschaft sie so noch nicht erlebt hat. Jedoch in ihrer Wirkung mit dem Weltwirtschaftsdebakel von 1929 nicht gleichzusetzen ist. Politische Vernunft und politische Möglichkeiten sind heute andere - es wird kein Krisenlotto gespielt, sondern man handelt kalkuliert, abgestimmt und global", gab Präses Bernd Jorkisch zu bedenken.

"Vorsicht, was nicht passieren darf: Blinder, hektischer Subventionsaktionismus und sinnlose, unkontrollierbare Konsumgeschenke. Wir brauchen kein Potpourri kunterbunter Maßnahmen! Erste Erfolge heilender Budget-Politik dürfen nicht sinnlos einer überzogenen Anti-Krisen-Politik mit dem Ergebnis exzessiver Staatsverschuldung geopfert werden. Grundsätze einer soliden Haushaltsführung sind nicht sträflich und damit letztlich verantwortungslos komplett über Bord zu werfen - auch nicht im vollgepackten Super-Wahljahr 2009! Ich persönlich erachte das Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück als für völlig richtig getaktet.

Es macht keinen Sinn mit Höchstgeschwindigkeit durch dichten Nebel zu fahren!", appellierte Jorkisch weiter.

"Innovationen sind gerade in harten Wettbewerbszeiten von entscheidender Bedeutung für die regionale Wirtschaft", nahm Professor Dr.-Ing. Hans-Jörg Bulllinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft das Thema Wirtschaftskrise aus. "Da wir einen Preiswettbewerb mit Billiglohnländern nicht gewinnen können, müssen wir etwas herstellen oder etwas leisten, was diese nicht können: innovative, einzigartige Produkte und Dienstleistungen, für die Verbraucher auch bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen." Besonders betroffen seien angesichts der Klima- und Energiedebatte auch die Entwicklungen innovativer Produkte in den Energie- und Umwelttechnologien. In diesen Bereichen läge eine besondere Chance für die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) in Lübeck.

"Diese Einrichtung erforscht viel versprechende neue Technologien und bereitet so den Boden für künftige Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland", versprach Bulllinger. fem

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