Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 13. Januar 2009

Keine Abschiebung der Tagesmütter

CDU

Die Verwaltung der Hansestadt hat dem Jugendhilfeauschuss eine Vorlage entgegen gebracht, wonach zukünftig die Ausbildung, Betreuung sowie die Vermittlung von Kindern an Tagesmütter auf einen freien Träger übertragen werden soll. Dies muss nicht schlecht sein und ist grundsätzlich auch nicht abzulehnen, sondern wirft erst einmal eine Reihe von Fragen auf. Warum ist die öffentliche Ausschreibung von Jugendhilfeleistungen jetzt rechtlich möglich, wo die Verwaltung doch in der Vergangenheit das Gegenteil erklärt hat. Warum hat der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Jan Lindenau, der noch vor kurzem per Pressemitteilung erklärte "mit der SPD wird es keine Ausschreibung von Leistungen im Jugendhilfebereich geben" plötzlich seine Meinung geändert? Offen lässt die Vorlage jedoch, und dies ist viel wichtiger, welche Auswirkung die geplante Ausgliederung auf die Tagesmütter und auf die von ihnen betreuten Kinder hat. Zentrale Frage nach der Stundenvergütung, Erstattung der Sachkosten und der Kontrolle der Tagesmütter sind bisher nicht abschließend geklärt. Nach dem von der Bundesregierung geplanten Ausbau der U3-Betreuung ist vorgesehen, dass 30 Prozent der Kinder durch Tagesmütter betreut werden. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die finanziellen und sonstigen Rahmenbedingungen für den Beruf der Tagesmutter attraktiv sind. Um dieses Ziel zu erreichen ist es nicht nur notwendig, dass alle bisherigen Tagesmütter ihre Dienste auch weiterhin anbieten, sondern es werden zukünftig noch mehr Tagesmütter benötigt.Es darf nicht sein, dass der Ausbau der Betreuung in Lübeck gefährdet wird.

V.i.S.d.P.: Andreas Zander

Autor: Henning Stabe

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