Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 27. Januar 2009

Ab Lübeck auf die Lieblingsinsel

Mit Ryanair geht es künftig bequem von der Hansestadt nach Palma de Mallorca

Diese Nachricht wird alle Sonnenhungrigen freuen: Ab dem 30. März können sie ab Lübeck direkt nach Palma de Mallorca fliegen. Ryanair gab die neue, tägliche Flugverbindung vergangene Woche bekannt - und weckte damit Hoffnung auf einen Weiterbestand des Flughafens in Lübeck-Blankensee.

Mallorca ist das achte Ziel der britischen Airline. Anja Seugling, zuständige Sales Managerin bei Ryanair, sagt: "Wir freuen uns, zum Start der Sommersaison mit Mallorca eine echte Lieblingsstrecke für Lübeck ins Rennen zu bringen". Ryanair erwarte viele Hamburger, Kieler und Lübecker, die den Billigflieger in die spanische Sonne nutzen werden.

Ausgebaut werde zudem die Dublin-Linie von bisher drei auf fünf Flüge pro Woche. Die Verantwortlichen erwarten durch die Strecke nach Mallorca und die Frequenzerhöhung der Dublin Route rund 650.000 Passagiere pro Jahr - gut 130.000 mehr als bisher. Und darüber freut sich auch Tom Wilson, Geschäftsführer der Flughafen Lübeck GmbH: "Wieder eine neue Strecke von Ryanair, das bestätigt das Potenzial unseres Airports hier im Norden". Er gehe davon aus, dass das neue Flugziel sehr gut angenommen werde.

Über das Bekenntnis von Ryanair zum Flughafen Blankensee mit der Aufnahme der Mallorca-Strecke und den Ausbau der Dublin-Linie freut sich Professor Dr. Bernd Rohwer, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck: "Damit sichert der Flughafen Arbeitsplätze in der Region und trägt zum Ausbau des Tourismus in unserer Region bei". Rohwer wertet die Entscheidung von Ryanair als eindeutiges Signal im Zusammenhang der Diskussion um einen angeblichen Ausstieg des Investors Infratil aus der Flughafen Lübeck GmbH (FLG). "Ryanair weiß das Potenzial des Airports zu schätzen und wertet ihn weiter auf", so der Hauptgeschäftsführer. "Jetzt müssen Stadt und FLG zügig die Weichen für die Zukunft des Flughafens stellen." Der IHK-Hauptgeschäftsführer fordert, die Debatte über den Flughafen auf eine sachliche Ebene zurückzuführen und die Zukunft des Flughafens und der mit ihm verbundenen Arbeitsplätze nicht kaputt zu reden.

Gespräche führen

Nicolaus Lange, Vorsitzender des Flughafenfördervereins "Check-In-Lübeck" begrüßt die Aussage von Tom Wilson, dass Infratil dem Flughafen bis mindestens Oktober 2009 treu bleibe: "Jetzt können Gespräche zwischen den Gesellschaftern Hansestadt Lübeck und Infratil geführt werden, ob eine Verlängerung dieser Option möglich und zielführend ist", so Lange. Er sieht ebenso die Landesregierung in der Pflicht: "Wichtig ist, dass die Landesregierung den Flughafen Lübeck als den Landesflughafen Schleswig-Holsteins begreift und ihm die gleiche Förderung und das gleiche Engagement zuteil werden lässt, das beispielsweise Hessen und Rheinland-Pfalz gegenüber dem Flughafen Frankfurt-Hahn gezeigt haben". msn

Hoffnung für den Flughafen?

Nachdem bekannt wurde, dass der neuseeländische Investor Infratil, der 90 Prozent Anteile am Flughafen hält, sich aus dem 2005 getätigten Vertrag zurückziehen will, kam Ende voriger Woche eine Wende. In einer Pressemitteilung teilte Infratil mit, dass mit der Stadt Lübeck lediglich diskutiert werde, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Meldung des Rückzuges sei ein Kommunikationsproblem zwischen der Stadt Lübeck und Infratil. Eine Entscheidung solle noch in dieser Woche fallen.

43.079 Passagiere wurden im Dezember am Flughafen Lübeck-Blankensee gezählt, teilte Infratil weiter mit. Das waren 24 Prozent mehr als im Dezember 2007 und zwölf Prozent gegenüber dem November 2008. Insgesamt verzeichnete Infratil jedoch einen Rückgang der Passagierzahlen: Im Jahr 2008 flogen 424.342 Passagiere ab und an Lübeck, neun Prozent weniger als 2007. Im Kaufvertrag zwischen Infratil und der Stadt ist vereinbart, dass bei weniger als 1,2 Millionen Passagieren im Jahr 2008 der Investor aus dem Vertrag aussteigen könne. Kommt es dazu, müsste Lübeck 23 Millionen Euro zahlen. msn

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