Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 27. Januar 2009

Alternativen zum Flughafen-Desaster

Bündnis 90 / Die Grünen

Nachdem sich Infratil Ltd. jetzt aus der Flughafen GmbH zurückziehen will, sind weitere Betreiberversuche zu unterlassen. Es gibt alternative Vorschläge, die beraten werden sollten. Das Grundstück des jetzigen Flughafens könnte zum Teil für regenerative Energiegewinnung (Sonnenkollektoren) im Einklang mit der umgebenden Landschaft und Besiedlung genutzt, zum Teil mit einer verkürzten Landebahn für Sport- und medizinische Notflüge weiter als Flugplatz verwendet werden. Die weitere Arbeit an der Planung von Parkplätzen ist überflüssig und zu beenden; ebenso das Planfeststellungsverfahren, das ganz auf Infrantil abgestimmt war. Die Billigflugfirma Ryan Air konnte in Lübeck mit Unterstützung des Bürgermeisters, des Wirtschaftssenators und der konservativen Bürgerschaftsmehrheit jahrelang öffentliche Gelder 'absahnen'. Eine Belastung des städtischen Haushalts mit über 25 Millionen Euro haben sie allein zu verantworten. Die Landeentgelte waren 'fast geschenkt' und die Europäische Kommission untersucht zur Zeit noch die Frage der Legalität dieser Zuwendungen. Die Auskunft des Wirtschaftssenators, ein weiteres Jahr mit Infratil als Vertragspartner werde die Stadt nichts kosten, erweist sich schon jetzt als unwahr. Sogenannte Potenzialanalysen wurden von sachkundigen Kritikern schon bei Erscheinen als Gefälligkeits-Spinnereien eingestuft und sind von der Entwicklung inzwischen widerlegt worden. Ausgesprochen absurd wäre es, wenn Bürgermeister und Wirtschaftssenator das neue Desaster, das ja nur eins in einer längeren Kette ist, wiederum als neue Perspektive bejubeln wollten.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

Autor: Hans-Jürgen Schubert

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