Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 10. Februar 2009

Kein Futter mehr für Heuschrecken

Lübecker BUNT

Lübecks Flughafen entwickelt sich zum Desaster. Nun sind wir nicht prinzipiell gegen das Fliegen. Denn wir alle reisen und fänden es nicht richtig, nur deshalb gegen einen Flughafen zu sein, weil er direkt vor unserer Haustüre liegt und wir Lärm und Abgase lieber weit entfernt wohnenden Bürgern zumuten wollen. Allein: Nüchtern betrachtet ist klar, dass unser Flughafen auf ewig ein Subventionsloch bleiben wird und vor allem städtisches Geld verbrennt - ohne Aussicht auf Besserung! Betrachten wir den Flughafen Hahn: Trotz perfektem Ausbau, mehr als 50 Linienverbindungen, zusätzlichen Nacht- und Frachtflügen sowie 5 Millionen Passagieren im Jahr machen die Betreiber seit Jahren Verluste. Grund: Großkunde Ryanair - trotz zahlreicher "Gratis-Flugtickets" eine der profitabelsten Fluggesellschaften Europas - erpresst den Flughafen, verhindert nötige Einnahmen und benimmt sich wie eine Heuschrecke, die nach Kahlfraß fett davonfliegen wird. Die Behauptung unserer Stadtspitze, der Durchbruch stehe unmittelbar bevor, ist reine Illusion. Blankensee wird niemals Geld verdienen - selbst bei steigenden Passagierzahlen. Und: Er schafft auch kaum Arbeitsplätze. 5000 Arbeitsplätze sollte Lübecks Flughafen schaffen. Bislang sind es nur 140, darunter viele Behördenangestellte (Zoll und Bundespolizei) und etliche Minilohnjobs. Und dafür geben wir Millionen aus? Da wäre es sogar noch billiger, jeden Fluggast kostenlos nach Hamburg befördern zum lassen. Dort besteht ein gut ausgebauter, bestens vernetzter Flughafen, der große Kapazitäten frei hat. Warum wollen wir das nicht zur Kenntnis nehmen?

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autor: Dieter Müller-Jacobsen

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de