Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 24. Februar 2009

Zwischen Himmel und Hölle

Feierliche Einweihung der neu gestalteten Spielfläche an Domschule

Lautes Kinderlachen hallt über den Platz, wild laufen die Kleinen herum - und rempeln dabei auch schon mal so manchen ruhig stehenden Erwachsenen an. Was nicht weiter schlimm ist, denn die Grundschüler der Domschule dürfen das hier. Schließlich ist es ihr Schulhof, über den sie rennen. Pünktlich im Jahr des 175-Jährigen Bestehens der Schule gibt es die Neugestaltung des Pausen- und Hortplatzes zu feiern.

Dank des starken Engagement des Schulvereins, namentlich Annette Scheuer, die Vorsitzende, und Carola Finger als stellvertretende Vorsitzende, konnte der langgehegte Wunsch umgesetzt werden, den mit 1.100 Quadratmeter recht kleinen Hof kindgerechter mit mehr Spielmöglichkeiten umzugestalten. Hilfe bekam das seit Anfang 2007 geplante Projekt von der Possehl-Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, der Stiftung Lebendige Stadt, als deren Vertreter Ministerpräsident Peter Harry Carstensen zur Feierstunde anwesend war, Bingo Lotto und der Aktion "Ein Herz für Kinder". Der Schulverein steuerte weitere 10.000 Euro eigenes Geld bei und erbrachte Eigenleistungen in Höhe von 15.000 Euro. Das gesamte Projekt belief sich mit den Sponsorengeldern von 75.000 Euro auf einen Kostenumfang von 100.000 Euro. Umgesetzt wurde es vom Planungsbüro Haberkorn.

"Kinder wollen ihre Pausen genießen und sich erholen", sagte Peter Harry Carstensen in seiner Rede "Die Schulhöfe sind entsprechend zu gestalten, was hier gelungen ist". Er bewundere die Mentalität, die er immer wieder in der Hansestadt feststelle: "Wenn viele an einem Strang ziehen, kommen noch mehr dazu, die helfen". Als Geschenk brachte er der Schule noch 5.000 Euro der Stiftung Lebendige Stadt mit, was mit tosendem Applaus der Schüler und Lehrer angenommen wurde. Renate Menken, Vorsitzende der Possehlstiftung, reihte sich gern in die Gruppe von Sponsoren ein: "Emil Possehl hätte an diesem Projekt seine Freude gehabt". Selbst kinderlos hatte der Stiftungsgründer ein großes Herz für Kinder und verankerte in der Satzung, dass mit den Stiftungsgeldern vorrangig Kinder und Jugendliche zu unterstützen seien. Den Schwerpunkt Kinder und Jugend hat sich ebenso die Gemeinnützige Sparkassenstiftung auf die Fahnen geschrieben: "Als der Antrag vom Schulverein, der zudem sehr humorvoll verfasst war, uns erreichte, zögerten wir nicht lange ihm zuzustimmen", erklärt Wolfgang Pötschke, Vorstandsvorsitzender.

231 Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis elf Jahren haben nun während der Pausen und der Hortzeit ihren Spaß auf dem Schulhof "Zwischen Himmel und Hölle". Das Motto ist angelehnt an die besondere topografische Lage der Dom-Schule: Sie liegt an der früheren Grenze der städtisch-bürgerlichen beziehungsweise kirchlichen Gerichtsbarkeiten. Die Delinquenten konnten durch die Straße "Fegefeuer" laufen und bei guten Ortskenntnissen das "Paradies" (Portal des Domes) erreichen. Ungünstiger verlief ihre Flucht, wenn sie in die Blindgasse "Hölle" einbogen... msn

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