Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 24. Februar 2009

Wenn der Glaube Berge versetzt

Sanierung des St. Jakobi-Kirchturms ist abgeschlossen

"Der Glaube kann Berge versetzen", sagte Pastor Lutz Jedeck bei einer kleinen Feierstunde in der frisch eingeweihten Sieben-Meere-Kapelle zur Fertigstellung des St. Jakobi-Kirchturms. Der Geistliche meinte damit die Schwierigkeiten, die sich mit der Sanierung des Turms, die im März 2007 begann, ergaben.

Ausgegangen war man zunächst von rund einem Jahr Bauzeit und einer Kostensumme von einer Million Euro. "Aus dem einen Jahr sind zwei geworden und aus der Million ganz genau 1.742.000 Euro", erklärt Dariush Ghobad, Fundraiser des Kirchenkreises Lübeck.

Der "Schuldige", Bernd Leinert, Leiter der Kirchenbauhütte, entdeckte, dass die Sanierung des Turms mehr Zeit und mehr Geld kosten würde.

Die Mehrkosten machten den Verantwortlichen Sorgen - doch sie wurden nicht im Stich gelassen. Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung, die zu Sanierungsbeginn bereits 400.000 Euro spendete, fügte dem noch einmal 200.000 Euro hinzu. "Die Kirchturmsanierung war die Auftaktveranstaltung unserer noch jungen Stiftung", so der Vorsitzende Wolfgang Pötschke (die Stiftung sagte im Jahr 2005 den ersten Betrag zu). Die restlichen Mittel kamen vom Kirchenkreis Lübeck (575.000 Euro), aus der Spendenaktion "Sieben Türme" (418.000 Euro), von den Innenstadtgemeinden (126.000 Euro) und von der Kirchengemeinde St. Jakobi (23.000 Euro).

Insgesamt wurden 16.000 Steine verbaut, 12.000 Handstrichziegel im Klosterformat und 4.000 Handstrichziegel im Holländerformat wurden ausgetauscht. 102 Tonnen Maurermörtel, hergestellt nach einer geheimen Rezeptur des Kirchenbauamtes, halten die Steine und Ziegel zusammen. Der Personen- und Lastenaufzug fuhr pro Tag rund 50 Mal hoch zum Turm und wieder herunter. "Das ergibt eine stattliche Strecke von 800 Kilometer", sagt Bernd Leinert. Eine besondere Herausforderung stellte die Sanierung der Turmuhr dar: Sie hat eine Fläche von 30 Quadratmeter, die gesamte Unterkonstruktion wurde erneuert und 6,2 Kubikmeter Eichenholz verarbeitet. Zudem sanierten die Arbeiter per Hand 150 Zier- und Zuganker.

"Ich danke allen Spendern, die diese aufwändigen Arbeiten möglich gemacht haben", betont Pröpstin Petra Kallies.

Dass trotz der Schwierigkeiten und Kosten der St. Jakobi-Kirchturm saniert wurde, mache deutlich: "Wenn du etwas alleine nicht schaffst, such dir viele andere Leute, die dir helfen", so Kallies abschließend. msn

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de