Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 24. Februar 2009

So schlau wie zuvor?

Podiumsgespräch im Anschluss an Schulaufführung "Faust 1"

Im Anschluss an eine Vormittagsaufführung von Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil", in der Inszenierung des Stadttheaters trafen sich etwa 300 Schüler, deren Lehrer sowie Pit Holzwarth (Inszenierung), Dramaturg Michael Birkner, "Faust" Andreas Hutzel, "Mephisto" Renato Grüning und "Gretchen/

Helena" Anne Schramm zum Podiumsgespräch.

"Warum ist das Stück in Lübeck so kurz und wie wurde ausgewählt?" Es gehe bei diesem Stück nicht anders. Goethe selbst habe schon angewiesen, man solle sein Werk als "Spielmaterial" begreifen und in die Spielzeit hineininterpretieren.

"Wie merkt man sich so viel Text?" Faust sei, so die Schauspieler, ein recht einfacher Lerntext. Außerdem kenne man gerade den Faust aus Schulzeiten gut.

"Sieht Gretchen Faust und Mephisto?" Gretchen sehe Faust und Mephisto in der Person des Faust. Je nachdem, wie das Licht falle, sei entweder mehr Faust oder mehr Mephisto auf der Bühne. Jedoch sei Faust nicht gesplittet, sondern durch Mephisto potenziert.

"Und die Anlage des Stücks? Wie wird aus Text Theater?" Das seien, so Holzwarth, Intuition und Kalkül zugleich. Aus diesen beiden Elementen, zahlreichen Inspirationen und umfassender Lektüre der Sekundärliteratur entstehe die Theaterfassung.

"Wie spielt man verrückt, Gretchen?" Verrückt sein bedeute, auf einer Schiene zu fahren, hin und her geschleudert zu werden, aber nicht den Halt zu verlieren.

Gebannt hörten die Schüler zu, Knut Winkmann von der Theaterpädagogik musste nicht nachhelfen. Die Fragen kamen von ganz allein. Weitere Vorstellungen gibt es am 24. Februar, 19.30 Uhr, am 6. März, 19.30 Uhr, am 15. März, 18 Uhr, je im Großen Haus. Fem

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