Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 03. März 2009

Dringend nötig: Eine Prunk-Promenade

Lübecker BUNT

Schließung von Schwimmbädern, Jugendzentren, Museen und wichtigen Kultureinrichtungen stehen uns bevor. Jedenfalls wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Saxe geht. Der selbe Mann schlägt jetzt jedoch ernsthaft vor, die 1,7 Kilometer lange Seepromenade in Travemünde mit neuen schicken Platten pflastern zu lassen und für über 7 Millionen Euro zu verschönern! Begründung: Man müsse dem Grömitzer Prunkmarmor und dem Timmendorfer Chic nun endlich etwas entgegensetzen. Das ist kein verspäteter Faschingswitz, wie man meinen könnte, sondern ein ernsthafter Antrag, den Saxe jetzt nach Kiel schicken will, um eine Förderung im Rahmen des Konjunkturprogramms II zu bekommen. Wir wären ja auch schön blöd, wenn wir darauf verzichten würden, dieses Geld - Saxe rechnet mit über 5 Millionen Euro Zuschuss - zu kassieren. Damit das Ganze nicht zu absurd klingt und sofort als neuer Schildbürgerstreich von durchgeknallten Lübecker Politikern enttarnt wird, werden noch schnell Nebelkerzen produziert und über die Skandalszenerie geworfen: Die Strandpromenade sei "abgängig", so wird behauptet, sie drohe wegen Unterspülung einzustürzen, diene dem Hochwasserschutz - und außerdem müssten die Treppen zum Strand endlich behindertengerecht gestaltet werden. Ein kompletter Stuss das Ganze, der uns Bürger nur wütend macht! Denn wo kommt das Geld letztlich her? Aus den Taschen der Steuerzahler. Und an einen solchen Unsinn sollte in Zeiten der Finanzkrise ein Bürgermeister nicht einmal denken. Tut er aber doch, was wiederum ein vortreffliches Beispiel dafür ist, wie unsere Hansestadt geführt wird.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm, Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de