Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 10. März 2009

Grundlage für Flughafenausbau liegt vor

Planfeststellungsbeschluss liegt jetzt vor - Neue Fluglinie von Ryanair

n Momentan tut sich vieles in Sachen Flughafen Lübeck. Erst verkündete Ryanair die neue Verbindung ins spanische Alicante (ab 4. Juli), da erhielt Verwaltungschef Bernd Saxe (SPD) vorigen Dienstag den Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau aus den Händen von Wirtschaftsminister Werner Marnette. Als ob das nicht schon freudiger Anlass genug sei, schob Ryanair am Donnerstag die nächste Fluglinie nach: Das zehnte Ziel des irischen Billigfliegers ab Lübeck ist Alghero auf der italienischen Insel Sardinien (ab 5. Juni). Damit wurde die dritte neue Verbindung in diesem Jahr bekannt gegeben. Eine Nachricht, die Flughafen-Chef Tom Wilsen sehr freut: "Das ist eine großartige Neuigkeit von Ryanair". Damit steigt die Hoffnung, die Passagierzahlen bis zum Jahr 2010 auf eine Million im Jahr klettern zu lassen.

Positive Resonanz

Dass der Ausbau des Flughafens vom Land genehmigt wurde, stößt vielerorts auf positive Resonanz: "Damit ist die Voraussetzung geschaffen, den Flughafen weiter entwickeln zu können, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und die Standortattraktivität von Stadt und Region nachhaltig zu steigern", erklärt Bernd Saxe. Auch Wirtschaftssenator Halbedel (CDU) ist erleichtert: "Das Land hat Wort gehalten."

Planungssicherheit

Neue Chancen für den Flughafen sieht auch die SPD: "Jetzt gibt es endlich Planungs- und Entwicklungssicherheit. Nun ist es am Betreiber, diese Chancen zu nutzen und die Potenziale des Flughafens zu entwickeln", erklären die Landtagsabgeordneten Wolfgang Baasch, Hans Müller und Thomas Rother. Die Politiker hätten jedoch eine weitere Einschränkung des Nachtflugverbots gern gesehen.

Nachtflugverbot

Der Planfeststellungsbeschluss besagt ein Start- und Landeverbot zwischen 23.30 und 5.30 Uhr sowie ein Verbot von Frachtflügen. Saxe und Halbedel hingegen hätten eine Nachtflug-Erlaubnis für Passagier- und Frachtflüge befürwortet. "Das Nachtflugverbot kann den Geschäftsbetrieb des Flughafens beeinträchtigen", befürchtet Halb-

edel. Peter Reinhardt, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, mokiert zu den Nacht-

flugverbotszeiten: "Wir hätten uns weniger Ausnahmen gewünscht und eine Vorziehung auf 23 Uhr erwartet". Zudem fordert er, dass die Investitionen von 58 Millionen Euro für einen weiteren Ausbau des Flughafens nicht zu Lasten des städtischen Haushaltes gehen dürfen.

Ein Fass ohne Boden?

Für die Grünen bleibt der Flughafen ein "Finanzfass ohne Boden": "Am Grundproblem des Lübecker Flughafens kann auch ein Planfeststellungsbeschluss nichts ändern", so der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Detlef Matthiessen. Zudem sei unklar, wer den Flughafenausbau bezahlen wird. "Infratil macht sich vom Acker und Lübeck bleibt auf 23,3 Millionen Euro Rückzahlungsverpflichtungen sitzen", bangt der grüne Politiker. Er hätte sich zudem ein erweitertes Nachtflugverbot gewünscht.

Die FDP begrüßt den Planfeststellungsbeschluss: "Endlich können der Flughafenbetreiber Infratil und die Hansestadt zuversichtlich in die Zukunft schauen", bewertet Gerrit Koch, FDP-Kreisvorsitzender, die Übergabe des Beschlusses. "Mit dem Ausbau ist gewährleistet, dass die Passagierzahlen deutlich erhöht werden können und der Flughafen damit fit für die Zukunft ist". Eine Weiterentwicklung für den Flughafen sieht der Flughafenförderverein "Check-In-Lübeck": "Jetzt ist der Weg frei, um als erfolgreicher Regionalflughafen durchzustarten und zu wachsen", so Nicolaus Lange, Vorsitzender des Vereins. Probleme durch das Nachtflugverbot sehe er nicht: In dem Linienflugplan ist zu sehen, dass keinerlei Flüge für diese Zeit geplant sind. Auch die Beschränkung der Frachtflüge ist für Lübeck völlig irrelevant, da es am Flughafen Blankensee zur Zeit keinen Bedarf für Frachtflüge vorgesehen sind".

Ausbaumaßnahmen

Folgende Ausbaumaßnahmen erlaubt der Planfeststellungsbeschluss:

* Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2257 Meter.

* Erweiterung der Vorfeldflächen

* Installation ILS CAT II/III in Betriebsrichtung 07 für den Anflug von Westen

* Neuordnung der Entwässerung

* Errichtung von Abfertigungsgebäuden

msn

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