Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 17. März 2009

Retter, rettet den Rettungsschirm!

Lübecker BUNT

Autor: Annette Schulte

Die Millionen aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes elektrisiert die heimische Wirtschaft. Die Handwerker erhoffen sich jetzt profitable Aufträge vom Staat - bezahlt mit Steuergeld - und möchten am liebs-ten, dass alles in die Lübecker Unternehmenskassen wandert. Die ewig alte Forderung, Lübecker Firmen gegenüber auswärtigen zu bevorzugen, damit das Geld in der Hansestadt verbleibt, ist dabei so populär wie falsch und nichts anderes als eine Panikmache um Millionenbeträge. Eine zügige Vergabe der Aufträge ist richtig, aber bitte sehr nur an den günstigsten und bes-ten Anbieter! Wo dieser herkommt muss egal sein. BUNT will, dass Lübeck konkurrenzstark bleibt und sich in fairem Wettbewerb mit europaweiten Ausschreibungsverfahren behauptet. Stadtinterne Bevorzugung bedeutet, dass Lübecker Firmen nur noch in der Hansestadt Aufträge erhalten können, wenn andere Kommunen genauso verfahren und ihre Betriebe schützen. Einer solchen mittelalterlich anmutenden Marktabschot-tung dürfen wir nicht zustimmen. Denn es schadet dem Gemeinwesen, wenn nicht das beste und günstigste Angebot, sondern der lokale Anbieter bevorzugt den Zuschlag erhält. Lübeck braucht jetzt kühle Köpfe bei der Entscheidung über die Verwendung des Rettungsschirms. Die vorgebliche Unterbesetzung unserer Bauverwaltung, die nach mehr Stellen und Unterstützung durch externe Fachleute schreit, ist uns bislang nicht plausibel nachgewiesen. In Krisenzeiten muss das vorhandene Personal kreativ sein und alle Möglichkeiten ausschöpfen, anstatt ständig zu klagen, dass man wegen Personalmangels leider nicht handlungsfähig sei.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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