Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 24. März 2009

Hungern in Lübeck

Die Linke

Die Zahl der von Armut Betroffenen steigt stetig und die Schlangen vor den Ausgabenstellen der Lübecker Tafel werden immer länger. Von der Armut betroffen sind immer mehr Kinder, aber auch alte Menschen, die mit der Grundsicherung nicht mehr über die Runde kommen. Inzwischen werden hunderte von Hilfesuchenden abgewiesen. Die Tafel ist oft abgeräumt - es gibt immer weniger zum Verteilen. Die Spenden sind rückläufig und die Supermärkte geben weniger Lebensmittel ab. Anfang März reichte es in der Ausgabestelle in der Innenstadt z. B. nur noch für 100 Personen; 160 gingen mit leeren Händen wieder nach Hause. Auch in den anderen Lübecker Ausgabestellen reichen die Lebensmittel nicht mehr für alle. Die Menschen würden nicht zu den Tafeln gehen, wenn ihre finanzielle Lage nicht absolut prekär wäre. Wenn es bei Tafel nichts mehr gibt, müssen diese Menschen auf die nächste Tafel hoffen, und bis dahin ohne Lebensmittel auskommen - sie müssen hungern. Dabei ist es gar nicht die Aufgabe des gemeinnützigen Vereins "Lübecker Tafel" für die Grundversorgung der von Armut betroffenen Menschen zu sorgen, dies ist und bleibt eine staatliche Aufgabe. Doch die Regelsätze für ALG II-Empfänger reichen trotz aller Anstrengungen der Betroffenen zum Leben nicht aus. Immer wieder ist von den Hilfesuchenden zu hören, dass ihnen von der ARGE geraten wird, die Tafeln aufzusuchen. Damit gibt die ARGE ihre Verantwortung ab. Hat dann die Tafel nichts mehr - bleibt der Magen leer. Dies ist ein unhaltbarer Zustand. Die Hansestadt ist aufgefordert, sich schnell dem Problem anzunehmen und Lösungen zu erarbeiten.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

Autor: Ragnar Lüttke

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