Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 31. März 2009

Spätes Ja zur Strandpromenade

Kurbetrieb und Wirtschaft teilen sich Restkosten von 1,2 Millionen Euro

Bis zur Entscheidung über die Strandpromenade in Travemünde war es ein langer, vor allem aber zeitaufwändiger Weg. Die heftigen Diskussionen um die geplante Kur für die Flaniermeile und zahlreiche Unterbrechungen endeten schließlich in einem Kompromiss. Lübecks schöne Tochter Travemünde bekommt eine neue Promenade, SPD, CDU, FDP und zwei Vertreter der BfL ließen sich überzeugen, doch die Wirtschaft soll zuzahlen.

Hildegund Stamm (BUNT): "Die Strandpromenade ist gut bis sehr gut. Es muss nichts geändert werden. Wir haben schließlich eine Verantwortung für alle Steuergelder, die wir ausgeben."

Die Linken-Chefin Antje Jansen schimpft, sie lasse sich nichts unterjubeln. Elterngelder zu erhöhen und gleichzeitig Prestige-Objekte zu finanzieren - das könne man der Bevölkerung nicht erklären.

Bruno Böhm (BfL) versuchte zu kontern: "Fahren Sie die Ostsee entlang! Wir haben die Chance, 80 Prozent zu refinanzieren. Wenn nicht wir, nehmen andere die Gelder. Die warten nur darauf, dass Lübeck so blöd ist und den Antrag ablehnt."

Andreas Zander (CDU) stimmt zu: "Die Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen, sonst gehen die Gelder an unsere Konkurrenten." Trotz späterer Zustimmung war SPD-Frontmann Peter Reinhardt sauer: "Hier ward was durchgepeitscht. Damit haben wir ein Problem." Man hätte die Fraktionen viel eher informieren können. Die schlechte Informationspolitik kritisierte dann auch BfL-Chef Raimund Mildner.

Schließlich zeigten sich Grünen-Chef Bernd Möller und Hildegund Stamm (BUNT) verhandlungsfreudig. Beide hätten die Gelder genommen, wenn sinnvoller eingesetzt. Möller plädierte für ein neues Travemünder Bad und Stamm für einen Radweg Richtung Strand.

6,2 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Statt der 1,2 Millionen Euro Kurbetriebsanteil sind nun 600.000 Euro eingeplant. Die anderen 600.000 Euro solle die Wirtschaft bereitstellen, die bislang keine Fremdenverkehrsabgabe zahle. fem

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