Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 07. April 2009

Kein Service für die Nazis

Die Linke

Die Linke begrüßt die große Beteiligung an der Gegendemonstration gegen den Naziaufmarsch in St. Lorenz. Trotzdem sind wir der Meinung, der Aufmarsch hätte von vorn herein verboten oder noch am Demonstrationstag abgesagt werden müssen. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass der Bürgermeister und die SPD in diesem Jahr deutliche Präsenz gezeigt haben und mit dem breiten Bündnis 'Wir können sie stoppen' und den Lübeckerinnen und Lübeckern ein deutliches Zeichen gegen Faschismus und Rassismus gesetzt haben. Lübeck ist eine Stadt der Toleranz und Weltoffenheit, hier ist kein Platz für Nazis. Den Verlauf des Demonstrationstages muss ich kritisieren. Dass Antifaschisten und Nazis in den gleichen Zügen anreisen sollten, finde ich polizeitaktisch gewagt. Die Prügeleien im Bahnhofsgebäude hätten vermieden werden können. Außerdem meine ich, dass eine Sitzblock-ade der Naziroute ein legitimes Mittel der Meinungsäußerung ist. Warum linke Gegendemonstranten mit Gewalt geräumt werden, um den Nazis den Weg frei zu machen, verstehe ich nicht. Schon am vergangenen Wochenende habe die Polizei den Nazis einen Shuttlebus zur Verfügung gestellt. Irgendwann ist es auch mal gut. Wenn hier so großer und übergreifender Widerstand auftritt und artikuliert wird, kann man eben keinen Naziaufmarsch in Lübeck veranstalten und muss die Braunen im Sinne der öffentlichen Sicherheit nach Hause schicken. Ich hätte mir am Wochenende einen Bürgermeister gewünscht, der den Nazis das Holstentor vor der Nase zu schlägt, und nicht einen der eine Sonntagsrede hält und dann verschwunden ist.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

Autor: Ragnar Lüttke

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