Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 21. April 2009

EDV: Schaden bei der Stadt größer?

FDP

Die FDP-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft kritisiert die bekannt gewordenen Probleme der Stadtverwaltung bei der Datenverarbeitung. Wir haben dazu eine Anfrage zur Sitzung der Bürgerschaft am 6. April.2009 eingebracht. Anlass ist ein Zeitungsbericht vom 2. April 2009. Darin heißt es, dass die Umstellung der Stadtkasse auf die neue kaufmännische Buchhaltung im Dezember 2008 erhebliche Probleme mit sich brachte. Die neue Software funktionierte nicht wie geplant. Zahlungseingänge konnten nicht richtig gebucht werden. Folge: Trotz bezahlter "Knöllchen" drohten den Betroffenen Bußgeldbescheide. Jetzt werden die eingehenden Zahlungen doppelt gebucht - im neuen und im alten System. Nach Auskunft des Pressesprechers der Hansestadt Lübeck, Matthias Erz, betrug der Rückstand bei der Buchung bis zu sechs Wochen, er werde jetzt aber abgearbeitet. Für die FDP-Fraktion stellt sich die Frage, ob der Pressesprecher die verwaltungsinterne Problematik herunterspielt. Wir halten es durchaus für möglich, dass der Schaden für die Stadt und ihre Bürger größer ist. Nach unserem Eindruck ist das Softwareproblem mit der Systemumstellung tiefgreifender. Das Beispiel Ratzeburg verheißt nichts Gutes: Dort hat es ein ganzes Jahr gedauert, bis das gleiche System störungsfrei lief. Daher hat die FDP-Bürgerschaftsfraktion dem Bürgermeister 19 Fragen gestellt. Wir wollen u.a. wissen, wer für Folgeschäden aus der mangelhaften Software aufzukommen hat und ob die Systemumstellung nicht eine unzumutbare Belastung der städtischen Mitarbeiter darstellt.

V.i.S.d.P.: Thomas Schalies

Autor: Thomas Schalies

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