Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 28. April 2009

Volksfest: Eine Frage des Herzens

Vom 26. Juni bis 12. Juli jährt sich Traditionsveranstaltung zum 161. Mal

Vom 26. Juni bis 12. Juli findet in Lübeck das 161. Volks- und Erinnerungsfest statt. Viel ist in der Vergangenheit geschimpft worden: zu langweilig und zu teuer sind die Haupt-Schimpfgründe. Früher sei alles besser gewesen.

Nun, wie wäre es, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, dieser Traditionsveranstaltung in der Hansestadt noch eine Chance geben? Dazu geben wir Ihnen ab heute im zweiwöchentlichen Rhythmus die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Volksfestes zu schauen und Neuigkeiten zu erfahren. Ihre SZ-Redaktion

Wer kennt es nicht, das Gefühl des Volksfestes - des Rummels! Musik dröhnt aus den Lautsprechern der zahlreichen Fahrgeschäfte, Ansagen sind weithin über den Platz zu hören, ebenso die Jauchzer oder hie und da ein "Oh neeeiiin!"; je nachdem wie karussellerprobt und schwindelresistent der jeweilige Proband ist. Hinzu kommt das besondere Flair:?ein Gemisch aus dem Duft von Süßigkeiten, Bratwürsten und dem Hunger nach Vergnügung. Kinderlachen ist zu hören, Losbuden locken mit Gewinnen, Dosenwerfen erfordert Geschicklichkeit, Mädchen und Jungen werfen sich verstohlene Blicke zu, flirten manchmal etwas rabiat beim Autoscooter.

Des Namens würdig sein

Hört sich alles nach einem Relikt vergangener Tage an? Mag sein, doch das Lübecker Volks- und Erinnerungsfest soll wieder das werden, was es einmal war. Das wünschen sich Schausteller, Organisatoren, Politiker und eben die Lübecke - wie immer wieder zu lesen und zu hören ist. Doch wie es anstellen? Wie können die Hansestädter animiert werden, lieber ihr Traditionsfest zu besuchen also in den Hansapark zu fahren?

Holger Bock, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Lübeck, hat eine einfache, aber prägnante Antwort parat: "Das Volksfest ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Herzens". Damit meint er allerdings sich und die vielen Ehrenamtlichen, die ohne Entgeld versuchen, ein Volksfest auf die Beine zu stellen, das seinem Namen würdig ist. Vielleicht wäre den Ehrenamtlern geholfen, wenn die Lübecker das Engagement der Organisatoren würdigen - und dem jetzt 161. Volks- und Erinnerungsfest eine Chance geben. "Wir wollen die Leute wachrütteln", so Bock.

Nach den eher verhaltenen Besucherströmen in den vorigen Jahren haben sich die Verantwortlichen nun ein Menge Neues einfallen lassen. Die Lübecker Schützen werden sich auf dem Volksfestplatz mit einem Schießstand präsentieren. "Das Volksfest begann als Schützenfest", weiß Ekkehard Merbeth vom Lübecker Schützenverein. Dementsprechend wird erstmalig wieder der Volksfestkönig nach festgelegten Regeln ausgeschossen. Und keine Angst - damit seien keine Kosten im nächs-

ten Jahr verbunden, wie Merbeth betont. Der Volksfestkönig ist die wichtigste Person auf dem Volkfestzug 2010.

Voraussetzung für die Anwesenheit der Schützen ist das Festzelt, das auf dem Platz errichtet wird. Hier soll ein buntes Programm geboten werden: Neben dem Schießstand sollen (Volks)Tanzgruppen, Karnevalisten und Musiker die Volksfestbesucher unterhalten und Kurzweil bieten.

"Wir setzen alles daran, dass das Volksfest wieder in Schwung kommt", bekräftigt Holger Bock. Zahlreiche Schausteller sind bereits angemeldet - darunter Fahrgeschäfte wie die Geisterbahn, eine Familienachterbahn, der Breakdancer und ein großer Autoscooter. Zudem laufen die Gespräche mit dem Betrieber eines Riesenrades.

Die Lübecker können also gespannt sein, ob das Volksfest in diesem Jahr seinem Namen wieder gerecht wird.

In zwei Wochen lesen Sie mehr zum Thema "Volksfestumzug". msn

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