Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 28. April 2009

Magier oder Gaukler?

Die Linke

Dem sogenannten Investor Hollesen soll das Beste verkauft werden, was Lübeck noch zu bieten hat nämlich 70 000 qm teilweise unberührte Natur und Bauland in bester Lage. In offiziellen Verlautbarungen wird Herr Hollesen stets als Investor bezeichnet. Nach seinen eigenen Aussagen vor Travemünder Bürgern will er aber erst den Kaufvertrag unter Dach und Fach bringen und sich dann "nach geeigneten Investoren umsehen". Wenn dieser Kaufvertrag in Kraft tritt, ist Herr Hollesen praktisch Eigentümer des Priwalls. Forscht man nach seiner Geschäftsadresse, so landet die Suche bei einem seiner Ansichts-Ferienhäuser in Rellingen. Ist Herr Hollesen Magier oder Gaukler? Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ruiniert ganze Wirtschaftzweige und teilweise sogar ganze Staaten, darum glauben wir dem sogenannten Investor nicht, dass er in der Lage sein wird so ein langfristiges Projekt wie die "Priwall Waterfront" zu realisieren. Vielmehr geht es ihm darum kurzfristige Gewinne zu realisieren. Für die Hansestadt Lübeck ergeben sich aus dieser Konstellation unkalkulierbare Nachteile. Allein die Aufwendungen zur Herstellung der Altlastenfreiheit und zum Bau einer Promenade übersteigen die Einnahmen aus dem Kaufvertrag. Die kalkulierten Mehreinnahmen durch die touristische Aufwertung kommen überhaupt nicht zustande. Bisher fehlt nämlich den vorgelegten Zahlen jegliche seriöse Grundlage. Deshalb setzt sich DIE LINKE in der Bürgerschaft für eine grundsätzliche Überarbeitung der Priwallplanung ein, damit der Priwall behutsam bebaut wird und alternative Konzepte berücksichtig werden.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

Autor: Wilfried Link

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de