Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 12. Mai 2009

Nebeneinander wird zu Gegeneinander

Lübecker BUNT

Lübecks Jugendliche hatten jüngst zu einer Podiumsdiskussion aufgerufen und Wochen vorher Verantwortliche der Hansestadt eingeladen - und von allen kurzfristige Absagen bekommen. "Die Politiker interessieren sich nicht für uns", war das Fazit der Jugend. Jede Gemeinde hat die Pflicht, Kinder und Jugendliche in Vorhaben einzubeziehen, wenn diese ihre Belange betreffen. Außerdem muss dieses Verfahren auch dokumentiert werden. Darauf hatte BUNT in der SZ Nr. 588 hingewiesen. Da dieses Gesetz bislang von Herrn Saxe ignoriert wird, haben Jugendliche diese Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt. Wir finden es nicht gut, dass Vertreter der Stadt die künftigen Erwachsenen vor den Kopf stoßen, indem sie noch nicht einmal einen Ausweichtermin anbieten. Das ist unklug und arrogant. Und: Dieser Umgang mit Heranwachsenden gefährdet langfristig den Bestand unserer Demokratie. Denn diese fällt nicht vom Himmel, sondern muss täglich neu erkämpft werden. Demokratie erlernt man zunächst in seiner Gemeinde. Genau genommen fängt es bereits in der Familie an. Später geht es in der Schule, im Freundeskreis und in Vereinen weiter. Wenn Menschen einander nicht mehr wahrnehmen und sich gegenseitig kein Gehör mehr schenken, leben sie nicht mehr miteinander, sondern nebeneinander. Im schlimmsten Fall geht es sogar gegeneinander. Der Lübecker BUNT beantragt deshalb in der nächsten Bürgerschaftssitzung die ständige Einrichtung einer Kinderbürgerschaft und einer Jugendbürgerschaft, damit die Mitbürger jüngeren Alters endlich ernst genommen werden, wie es Schleswig-Holstein gesetzlich festgelegt hat.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autor: Dieter Müller-Jacobsen

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