Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 19. Mai 2009

Privatsphäre schützen

Autorin: Asja Huberty

Die Linke

DIE LINKE hat schwere datenschutzrechtliche Bedenken gegen das Angebot "Google-Street-View", für das zurzeit die Lübecker Straßen und viele einzelne Gebäude abgefilmt und fotografiert werden. In einem Antrag an die kommende Maisitzung der Lübecker Bürgerschaft fordert Linksfraktionsmitglied Asja Huberty, sicherzustellen, dass kein Gebäude gegen den Willen der Bewohner und Besitzer abgelichtet werden darf. Wir sind unbedingt der Ansicht, dass die Bewohner und Hausbesitzer gefragt werden müssen, bevor man Bilder und Filme ihrer Wohnungen und Häuser weltweit veröffentlich. Das Prinzip des Rechtes auf informelle Selbstbestimmung darf nicht umgekehrt werden. Schweigen darf nicht als Zustimmung gewertet werden. Für die Veröffentlichung dieses Materials, das die Lübeckerinnen und Lübecker in ihrem privaten Umfeld zeigt, sollte eine Zustimmung der Betroffenen verlangt werden und bis dahin wird nichts veröffentlicht. Die Belange des Datenschutzes werden in Lübeck noch nicht ernst genug genommen. Im

21. Jahrhundert gehört dieses Thema mit hoher Priorität auf die Tagesordnung. Wir leben im digitalen Zeitalter, alle möglichen Informationen über Privatpersonen sind bereits jetzt frei verfügbar. Häufig ohne das Wissen oder sogar gegen den erklärten Willen der Betroffenen. Eine moderne Stadt muss das Thema viel professioneller angehen, als es Lübeck zurzeit tut. Die Hansestadt Lübeck zeigt sich hierbei offenbar noch überfordert. Privatsphäre ist ein unbedingt schützenswertes Gut und ein Grundpfeiler jeder Demokratie - das sollten wir aus der deutschen Geschichte gelernt haben.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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