Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 19. Mai 2009

Herrentunnel: Dreister Vertragsbruch

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Radfahrer, die den Pendelbus des Herrentunnels benutzen müssen, sollten starke Nerven haben. Vor allem morgens, wenn Schüler und Radpendler durch die Röhre befördert werden, sind Staus und Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde keine Seltenheit. Grund: Die Herrentunnel GmbH weigert sich, ihren Vertrag mit der Hansestadt einzuhalten und mit Hilfe von zwei Bussen einen Abfahrtrhythmus von zehn Minuten zu garantieren. Man habe kein Geld dafür, soll Geschäftsführer Bartsch diesen dreisten Vertragsbruch frech begründet haben. Derzeit pendelt ein einziger Bus im 15-Minuten-Takt. Die Fahrer der Stadtwerke sind neben den Fahrgästen die Leidtragenden und berichten über unhaltbare Zustände. Täglich gebe es Wut, Beschimpfungen aber auch Tränen bei der Abfahrt von Zurückgelassenen. Der Herrentunnel ein Dauerärgernis für Radfahrer? "Diese Bedenken kann ich zerstreuen. Bei zwei Bussen und der relativ kurzen Wegstrecke sollte die Querung ganz schnell gehen. Und der Bus fährt gleich los, wenn unsere Kunden da sind und wartet nicht erst, bis er voll belegt ist", sagte der Geschäftsführer der Herrentunnel-Gesellschaft noch im August 2005 im Interview in dieser Zeitung vor der Eröffnung der Röhre. Die Wirklichkeit sieht für Radfahrer allerdings anders aus: Umwege fahren und so gut wie immer warten heißt es ungeachtet des Slogans der ungeliebten Mautkassierfirma "Kürzere Wege, weniger Stau - mehr Zeit für die wichtigen Dinge." Ja genau: "Herrentunnel - so schnell kann's gehen!" Wir fordern den Bürgermeister auf, diesen Misstand abzustellen und die Mautherren zu Vertragstreue zu zwingen.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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