Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 02. Juni 2009

Jugendbürgerschaft - ein neuer Weg

Lübecker BUNT

Wer sich in der Lübecker Bürgerschaft oder auch in deren Ausschüssen einmal umschaut, der wird nur sehr wenige junge Gesichter entdecken können. Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass sich die Jugend nicht für Kommunalpolitik interessiert und sich deshalb auch dort nicht blicken lässt. Ein Interesse der jungen Menschen ist aber durchaus vorhanden. Im April kämpfte das Bündnis "Wir zahlen nicht für eure Krise" um das Gehör der Stadtspitze und hatte dabei nur mäßigen Erfolg. Kaum ein Politiker erklärte sich bereit, mit den Jugendlichen einen Diskurs anzufangen. Genau hieraus resultiert die Politikverdrossenheit der jungen Lübecker: Keiner will wissen, was die Jugend zu sagen hat. Bereits 2003 wurde vom Landesparlament in Kiel die Gemeindeordnung geändert um genau dieses Problem zu beheben. Die Bürgerschaft darf Anträge, die sich mit den Belangen von Kindern und Jugendlichen befassen nur dann beschließen, wenn eben diese dazu angehört worden sind. Der Lübecker BUNT hat nun mit Unterstützung von Bündnis 90/ Die GRÜNEN die Gründung einer Jugendbürgerschaft beantragt. Hier sollen die Jugendlichen ein Forum bekommen, das es ermöglicht sich auszutauschen und im Anschluss auch die Resultate an die Bürgerschaft weiterzuleiten. In anderen Gemeinden existieren solche Jugendbürgerschaften oder Jugendstadträte schon und haben bewiesen, dass es sich lohnt auch einmal auf die Ideen und Anregungen der Jüngeren zu hören. Die Lübecker Jugend bekäme so ihr Mitspracherecht und unsere Bürgerschaft hätte nach sechs Jahren ganz nebenbei auch eine adäquate Umsetzung des Kieler Gesetzes erreicht.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autor: Nils Baudisch

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