Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 09. Juni 2009

Bye-bye Sozialticket

Bündnis 90 / Die Grünen

Im Sozialausschuss wurde die Idee eines Sozialtickets für den Lübecker Stadtverkehr begraben. Nur wollte niemand die Rolle des Totengräbers spielen. Die CDU vertröstete auf bessere Zeiten, das heißt auf den St. Nimmerleinstag. Die SPD schob alles auf die Berliner Regierung und forderte höhere Sozialleistungen statt ermäßigter Fahrpreise. In einem Antrag wies der Autor nach, dass ein Sozialticket nicht mehrere Millionen, sondern "nur" etwa achthunderttausend Euro im Jahr kosten würde. Noch günstiger würde es mit einer finanziellen Beteiligung der ARGE. Die LINKE fordert indessen unverdrossen ein Sozialticket ohne Rücksicht auf die Kosten und stimmte unserem abgespeckten Antrag nicht zu. Wir wollen es nicht zu einem jährlichen Ritual verkommen lassen, dass zu den Haushaltsberatungen die Einführung eines Sozialtickets gefordert, dies von der Mehrheit der Fraktionen unter Krokodilstränen dann aber abgelehnt wird. Das nutzt der arm gehaltenen Bevölkerung gar nichts, weil sie für Bus und Bahn immer mehr bezahlen muss und immer weniger Geld in der Tasche hat. Nach Meinung des Autors ist das Thema Sozialticket bei der Mehrheit der Lübecker Bürgerschaftsmitglieder nicht gut aufgehoben, eine Entscheidung über die Einführung sollte ihnen deshalb nicht allein überlassen werden. Der Autor hofft, dass nun eine Volksinitiative entstehen wird. Vielleicht können deren Aktionen und Argumente auch die hartnäckigsten GegnerInnen von der Notwendigkeit eines Sozialtickets für arme Leute überzeugen. Dafür werden wir uns einsetzen, damit aus dem Bye-bye kein endgültiger Abschied wird.

V.i.S.d.P.: Rolf Klinkel

Autor: Rolf Klinkel

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