Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 09. Juni 2009

Offenheit statt Misstrauen gewünscht

Lübecker BUNT

Die Vertreter des Forums für Migranten sind am 28. Mai von der Bürgerschaft enttäuscht worden. Sie waren dort wegen verschiedener Punkte anwesend, die aber allesamt vertagt wurden. Als Italiener, der seit 40 Jahren in Lübeck lebt und unzählige Diskussions- und Vorschlagsrunden miterlebt hat, meine ich: Die Zeit ist reif für Taten. Wir haben genügend Erfahrung mit Migrationspolitik und genug Tests hinter uns! Wir und unsere Familien wollen nicht Ausländer mit Sonderrechten sein. Wir wollen Chancengleichheit in allen Lebensbereichen und endlich die uns vorenthaltenen Partizipationsrechte. Bis jetzt wurde die Integrationsarbeit nur von uns Ausländern abverlangt, ohne uns die nötige Hilfe dabei zu geben. Wir haben uns angestrengt und bemüht, die Zukunft anzupacken. Denn wir haben erkannt: Wer sich nicht integriert, schadet sich selbst. Nach diesem Motto leben wir. Wir respektieren das Gesetz, arbeiten fleißig und ordentlich, achten Regeln und Werte der Gesellschaft und dachten, wir wären dadurch integriert. Für die Zukunft gilt es, offen zu sein, anstatt misstrauisch nebeneinander zu leben. Und: Wir wollen alles tun, um Verständnis und Harmonie zu fördern. Dafür wünschen wir uns aber auch mehr Wissen der deutschstämmigen Lübecker über uns, eine Abkehr von Angst, sozialer Ablehnung, Ghettos und Isolation. Dies könnte der Beginn einer Partnerschaft sein, in der Probleme debattiert und leichter Lösungen gefunden werden. Als Ideal empfahl schon Goethe: "Der Deutsche soll alle Sprachen lernen, damit ihm zu Hause kein Fremder unbequem, aber er in der Fremde überall zu Hause sei."

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autor: Calogero Ciulla

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