Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 16. Juni 2009

Herrentunnel: Frühstück ohne Papi

Lübecker BUNT

Die Erkenntnis, dass Lübeck sich mit dem Herrentunnel ein Millionengrab unter der Trave geschaufelt und eine verkehrspolitische Eselei begangen hat, ist inzwischen bei allen angekommen - auch bei denjenigen, die mit massiver Propaganda den Mauttunnel erst ermöglicht haben. Ein weiteres Gegenargument wurde von den Propagandisten vor zehn Jahren ebenfalls ignoriert: Die Tatsache nämlich, dass der Autotunnel für Radfahrer und Fußgänger im Gegensatz zu einer Klappbrückenlösung bei jeder Querung eine Wartezeit nach sich zieht. Dies ist besonders ärgerlich, weil es die Fahrzeit zwischen Innenstadt und den nördlichen Stadtbezirken verlängert, ganz im Gegensatz übrigens zu dem lächerlichen Werbeslogan "Herrentunnel so schnell kann's gehen!" Denn Papi sitzt nicht etwa länger sondern gar nicht mehr am Frühstückstisch, weil er früher los muss. Radfahrende Berufspendler, Schüler und Touristen müssen aufwändig mit einem Bus durch die Röhre befördert werden. Das Ein- und Ausladen sowie die lange Streckenschleife mit nur zwei Haltepunkten kostet ohnehin schon mehr Zeit als die Querung auf einer Brücke. Wird der vertraglich zugesicherte Pendeltakt aus Geiz weiter verlängert, so geht dies ausschließlich zu Lasten der Nutzer. Umso unverständlicher ist es, dass Bürgermeister Saxe hier nicht von sich aus auf Einhaltung des Vertrages achtet und wochenlange Nachfragen von BUNT ins Land gehen lässt, ehe der zugesicherte Fahrplan angemahnt und durchgesetzt wird. Auch wenn es nervt: Wir werden in diesem Punkt nicht locker lassen, bis dieses Thema zufriedenstellend gelöst ist. Dafür sind wir da!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

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