Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 21. Oktober 2017

Ausgabe vom 23. Juni 2009

Mama mia Napoli - du hast es besser!

Lübecker BUNT

Der Vorschlag, künftig in Lübeck eine Bürgerwehr aufzustellen, erinnert uns an die mittelalterliche "Rechts- pflege". Sesshafte Bürger wurden damals mit Spießen ausgerüstet, um damit Haus, Hof, Anstand, Sitte und Moral -- oder das, was man dafür hielt -- handfest zu verteidigen. Daraus wurden in der jungen Bundesrepublik nach 1945 die verhassten "Spießbürger". Ihnen konnte nichts zu miefig, verklemmt und provinziell sein. Dabei glaubten sie stets im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit zu sein. Lübeck im Jahre 2009: Wie eine Klamotte werden diese Spießbürger wieder vom Müllplatz der Geschichte nach oben geholt. Mama Mia! Die Frage, ob geringfügig entlohnte, zuvor arbeitslose Pappkameraden bei der Bekämpfung der schlechten Kriminalstatistik helfen können, beantwortet sich mit Hinblick auf meine süditalienische Heimat. Dort hat man gerade den Lübecker Vorschlag damit getoppt, dass Kriminelle und Kleinganoven zu Hilfspolizisten gemacht wurden, die verhindern sollen, dass Touristen beklaut werden. Voraussetzung für die Einstellung als Ordnungshüterlein: Der Nachweis einer gelungenen Touristenberaubung inklusive anschließender Verhaftung. Dieses Konzept ist dem halbgaren Lübecker Vorschlag in allen Punkten voraus: Man stellt Kriminelle als Polizisten ein, die nichts anderes tun, als auf sich selbst und die Kollegen Gangster, pardon Hilfspolizisten, aufzupassen -- mit absolut geschultem Auge. Jetzt benötigen wir nur noch Politiker, die sich selbst aus dem Rathaus hinauswählen. BfL -- bitte übernehmen Sie diesen genialen Vorschlag von uns -- wie schon viele andere zuvor. Danke!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm, Autor: Calogero Ciulla

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