Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 30. Juni 2009

Bildungsmodell für Jung und Alt"

Auszeichnung im Rahmen der Bildungsinitiative "Lernen vor Ort"

Jubel in Lübeck: Aus über 220 Anträgen von 150 Standorten zeichnete die Bildungsinitiative verschiedener Stiftungen und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, "Lernen vor Ort", das "Lübecker Bildungsmodell für Jung und Alt" aus, welches ab September 2009 umgesetzt werden soll.

Vergangene Woche wurden die Urkunde und das Projekt im Lübecker Rathaus präsentiert. Ziel des Projekt sei es, das lebenslange Lernen zu fördern. "Transparente und durchlässige Lernangebote" sollen Kinder, Jugendliche und Erwachse gleichermaßen effektiv fördern. Umsetzbar sei ein Bildungsnetzwerk, in dem alle Institutionen so eng miteinander kooperieren und kommunizieren, dass sich jeder Bürger optimal informieren kann. Sämtliche Lernangebote - von Nachwuchsförderung bis Erwachsenenbildung - sollen für jeden Lübecker transparent, gebündelt und zentral abrufbar sein. Brüche an den Bildungsübergängen sollen vermieden werden.

Eine weitere Idee, so Lübecks Schulsenatorin Annette Borns, sei ein Bildungspass, ähnlich derer in Dänemark. Schon während der Schulzeit sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ihre Stärken aufzuspüren und herausarbeiten zu können. Diese würden dann in einem Bildungspass notiert, der auch Museumsbesuche, aktive Lernstationen wie offene Labore, Aktivitäten im musikalisch-künstlerischen Bereich sowie erlebnispädagogische Unternehmungen dokumentiert. Der Bildungspass könne Heranwachsenden und deren Betreuern das Tor zu individueller Bildung öffnen. Gerade Lehrern könne es auf diesem Weg ermöglicht werden, neue Schülerinnen und Schüler zu integrieren und keinen zurück zu lassen. "Darum geht es mir, denn gerade das ist in unserer heutigen Zeit extrem wichtig", betonte Borns.

Testweise werden ab September verschiedene kleine Projekte ins Leben gerufen, die, wenn erfolgreich, in ganz Lübeck und über die Stadtgrenzen hinaus umgesetzt werden könnten. Angedacht ist beispielsweise ein Modell zur Tagesbetreuung und Elternbildung.

Als Pate für die Umsetzung des "Lübecker Bildungsmodell für Jung und Alt" hat die Possehl-Stiftung ihre Unterstützung im Entwicklungs- und Umsetzungsprozess zugesagt. Vier weitere Lübecker Stiftungen wollen sich mit Themenpatenschaften am Bildungsmodell beteiligen.

Als Motor in den Stadtteilen, als Knotenpunkt für Kooperationen, sollen Zentren entstehen, die Dienstleistungen der Verwaltung, soziale Aktionen, Nachbarschaftsprojekte sowie Informations- und Recherchemöglich-

keiten bündeln und so den Einzelnen, Familien und die Stadtteile selbst aktiv entwickeln.

Mit zwei Millionen Euro Förderung in den ersten drei Jahren können die ausgezeichneten Modelle, so auch das Lübecker Konzept, vorhandenen Initiativen aufgreifen und weiter vernetzen. Das sei für die Hansestadt eine große Hilfe, aber auch große Ehre, denn Lübeck wurde als einzige Stadt in Schleswig-Holstein ausgewählt. "Ein schöner Erfolg", freut sich Borns, "denn laut Urkunde wurden wir als erfolgreiche Region ausgezeichnet." Man habe als Kommune bereits viel für den Bildungssektor tun müssen, um in die engere Auswahl zu kommen. Nun gäbe es die "Bildungskultur Lübeck" und die packe man jetzt an. "Wir wollen keine neuen Initiativen, sondern die bestehenden Strukturen nutzen und ausbauen." Man wolle auch keine "Pflasterkleberei in einzelnen Stadtteilen", sondern "Bildungsinseln auf die ganze Stadt verteilen". Bildung sei langfristig wichtig und könne nicht nebenbei ablaufen. fem

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