Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. Juni 2009

Keine Würdigung von Ehrenamt

Autor: Oliver Prieur

In der letzten Sitzung des Ausschusses für Schule und Sport sollte über den CDU-Antrag zur Würdigung von Schülern, die besonders ehrenamtlich in der Schule aktiv waren, abschließend beraten werden. Eine Urkunde mit Nennung von erworbenen Kernkompetenzen, unterschrieben von der Stadtpräsidentin, sollte diesen Schülerinnen und Schülern von Seiten des Schulträgers Anerkennung verleihen. Gerade heutzutage legen die Schüler neben Zeugnissen auch ihr eigenes Portfolio bei Bewerbungen um Ausbildungsplätze, Studienplätze oder Stipendien vor. In der Schule erworbene Kernkompetenzen wie Verantwortung übernehmen, das Organisieren von Veranstaltungen oder einfach Mehrleistungen erbringen, sind bei Ausbildern und Arbeitgeber oft mehr gefragt als gute Noten in Englisch oder Erdkunde. Dies war auch der Grund, warum die CDU-Fraktion einen eigenen Antrag zur Bürgerschaftssitzung im Mai 2009 eingebracht hat. Die Debatte im Schulausschuss wurde dann recht frostig. Es liegt nahe, dass insbesondere der zuständige Fachbereich nicht mit Mehraufwand belastet werden wollte. Mit dem Argument, dass jede schulische oder außerschulische ehrenamtliche Arbeit von Schülern auf Antrag in das Schulzeugnis eingetragen werden kann und solche Urkunden das Zeugnis degradieren würden und mit Fragen wie "Was sollen Schüler schon mit Urkunden? An die Wand nageln?" wurde der Antrag schließlich durch SPD, B'90/Die Grünen und Bürger für Lübeck (BfL) abgebügelt.

Danke sagen und innovatives Denken ist in der Hansestadt Lübeck noch nicht in allen Köpfen angekommen. Schade!

V.i.S.d.P.: Andreas Zander

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