Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. Juni 2009

Eine Lizenz zum Abzocken

Autor: Rolf Klinkel

Festlegung und Erhöhung von Wohnungsmieten richten sich nach einem örtlichen Mietspiegel. Der neue Lübecker Mietspiegel steht auf der Tagesordnung der nächsten Bürgerschaftssitzung und lässt Preiserhöhungen bis zu 5,4 Prozent zu - im Gegensatz zu lediglich 0,4 Prozent Preissteigerung in Kiel. Für die unverhältnismäßig hohen Steigerungsraten in unserer Stadt gibt es keinen Grund. Nach unserer Meinung unterscheidet sich die Lübecker Miet-Entwicklung nicht von der in Kiel. Danach dürften die Werte im Mietspiegel ebenfalls nur zwischen 0,4 und 1 Prozent ansteigen. Die unterschiedlichen Werte in den beiden Städten kommen dadurch zustande, dass der verantwortliche Senator Halbedel bei der Herstellung des Mietspiegels 70.000 Euro einsparte. Soviel kostet eine Stichprobenerhebung, mit der in Kiel die tatsächlichen Mietkosten ermittelt wurden. Unser Senator setzte stattdessen auf eine Indexlösung, mit der die Werte im Mietspiegel entsprechend dem Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland um 5,4 Prozent erhöht und nicht neu geprüft werden. Damit sparte die Verwaltung erst einmal Kosten ein, die Zeche für diese Einsparung muss allerdings die Lübecker Bevölkerung in Form von unnötigen Mieterhöhungen bis zu 35 Cent pro qm bezahlen. Für uns ist der neue Mietspiegel eine "Lizenz zum Abzocken". Wir fordern deshalb in einem Bürgerschaftsantrag, den Mietspiegel in dieser Form nicht in Kraft zu setzen, sondern einen neuen zu erstellen. Dieser soll sich an den örtlichen Wohnraummieten orientieren und energetische Modernisierungen stärker berücksichtigen und entsprechend honorieren.

V.i.S.d.P.: Rolf Klinkel

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