Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 07. Juli 2009

Die Blume des Jahres 2009 leuchtet weit

Die "Gewöhnliche Wegwarte" ist trotz Gefährdung auch in Lübeck anzutreffen

Sie ist hellblau bis violett und leuchtet kräftig, sodass sie weithin sichtbar ist. Novalis bezeichnete sie als "Blaue Blume" und stand als Symbol für die Romantik: die "Gewöhnliche Wegwarte". Diese Blume ist mittlerweile eine gefährdete Pflanzenart, Hamburg und Niedersachsen setzten sie bereits auf die Rote Liste. Doch auch in unseren Gefilden ist sie immer seltener anzutreffen.

Am liebsten siedelt sich die Wegwarte an, wie der Name schon sagt, Wegrändern. Doch der deutschen Ordnungsliebe wegen fiel sie vielerorts zum Opfer. Das soll sich jetzt ändern, dafür machen sich die Hansestadt Lübeck, die Umwelt- und Naturorganisationen Bund Lübeck und der Nabu sowie die Loki-Schmidt-Stiftung stark.

Letztere erhob die Wegwarte, auch Zichorie genannt, zur "Blume des Jahres 2009".

Eine große Fläche, auf der die Wegwarte gedeihen kann, befindet sich an der Kanalstraße, Ecke Glockengießerstraße. Bis vorige Woche war sie mit Flatterband eingezäunt - eine Schutzmaßnahme, damit die Fläche beim kürzlich stattgefundenen Drachenbootfestival nicht leidet. "Das hat wunderbar geklappt", freut sich Christa Fischer vom Bund Lübeck und lobt die Veranstalter. Umweltsenator Thorsten Geißler kam nun die Ehre zu, das Band zu durchtrennen. "Diese Pflanze kann jetzt auch in Lübeck gedeihen". Und das noch an mehreren ausgeschilderten Orten, ergänzt er. Diese Orte befinden sich überwiegend im Gebiet des Wake-nitzufers und der Moltkestraße.

Dr. Johannes Martens, Geschäftsführer der Loki-SchmidtStiftung, hob das Lübecker Engagement für die Wegwarte lobend hervor. Die Stiftung, die die Frau von Altkanzler Helmut Schmidt ins Leben rief, kürt seit 1980 gefährdete Pflanzen und Blumen zur Blume des Jahres. "Das sind Pflanzen von den Alpen bis zum Wattenmeer", so Martens.

Dort, wo die Wegwarte wächst, leben Insekten wie der Marienkäfer, Bienen und Hummeln sowie Vögel wie der Stieglitz, Grünfink, Zaunkönig oder das Rotkehlchen. Gepflegt wird die Fläche, auch wenn sie wild wächst, trotzdem. Und zwar mit der Sense, da sonst das wuchernde Unkraut und Gestrüpp der Wegwarte überwachsen würde.

Ursula Kühn vom Bereich Naturschutz der Hansestadt Lübeck stellt noch einen anderen, wichtigen Aspekt zur Ansiedlung von Planzen, Blumen und Bäumen in den Vordergrund: "Wir wollen Grün in die Stadt bringen, das ist unser Beitrag zur Klimaanpassung. Es wird in den Sommermonaten immer wärmer, da braucht es in Innenstädten kühlende Elemente wie Grünflächen und Wasserbereiche". Dem schließt sich Senator Geißler an: "Gerade ältere Menschen leiden unter Hitze und brauchen grüne Inseln und schattige Plätze. Das werden wir bei der Stadtplanung berücksichtigen". msn

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