Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 14. Juli 2009

Bürger der Welt, schaut auf Lübeck!

Autor: Calogero Ciulla

Lübecker BUNT

Man sieht Berge von Müll in Lübecks Straßen, was mich an Palermo erinnert. Gelbe Säcke türmen sich an Sammelstellen und keinen kümmert's.

Man hat Furcht vor Kriminalität und fordert eine Bürgerwehr, hat aber keinen Mumm, den Stadtvätern auf die Füße zu steigen, damit sie sich um diese hässliche und blamable Angelegenheit kümmern. Wenn ich dies mit Bildern vergleiche, die ich im italienischen TV täglich sehen kann, so habe ich eine Ahnung wie es ist, im Müll und Abfallgestank zu leben und mein Territorium mit Ratten zu teilen. Nun gut, in Italien haben wir die Mafia, die für alles verantwortlich ist. Also auch für den Müll, glaubt man. Trotz modernster Verbrennungsanlagen entscheidet eine dunkle Organisation im Untergrund, den Müll lieber auf der Strasse verrotten zu lassen oder mit Steuergeld nach Deutschland oder Thailand zu schaffen. Aber auch in Italien sind die Übeltäter nicht die fins- teren, unrasierten Killervisagen, sondern Krawattenträger, Politiker, Bankiers, Geschäfts- und Kirchenleute. Warum soll das in Lübeck anders sein? Viele behaupten: Italien kennt keine Mülltrennung wie wir. Das ist ein toller Vorteil! Hier trennen wir fleißig - und schmeißen den Müll danach auf die Straße. Saubere Sache, das! Dank Billigflieger kommen nun immer mehr Italiener in die "gepflegte" Hansestadt im Norden, voll von Ehrfurcht über teutonische Sauberkeit und Disziplin. Sie staunen nicht schlecht in Lübecks Straßen, wie sehr wir uns den süditalienischen Verhältnissen schon angepasst haben. Die Stadt und der Müll - ein wirkliches Thema der Völkerverständigung! So muss man das sehen.

V.i.S.d.P.: Dr. H.Stamm

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de