Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 21. Juli 2009

Verbaute Travemünder Perspektiven

Lübecker BUNT

Wir können dieser Tage erleben, wie eng unser oft einsames Ostseebad sein kann: Die Menschenmassen der Travemünder Woche sind zwischen Strand und Travemündung kaum unterzubringen. Wie gut, dass wir noch Freiflächen haben wie den Grünstrand und auch die Wiese am Leuchtenfeld, die von Seglern und Festgästen genutzt werden können. Als Geschenk zur 120. Travemünder Woche würde der LYC den Grünstrand gern zubetoniert sehen. Daraus wird wohl nichts - zumindest solange die Bürger ihre Augen offen halten und sich wehren. Geschlafen haben aber wohl alle bei einem anderen Geburtstagsprojekt: Das 75 Jahre alte Wasser- und Schifffahrtsamt will seine Verkehrszentrale ausbauen und direkt neben die unselige Aquatop-Ruine auf die freie Wiese ans Trave-ufer ein neues Verwaltungsgebäude klotzen. Dort sollen Bildschirmarbeitsplätze entstehen, an denen der Schiffsverkehr der gesamten westlichen Ostsee kontrolliert wird. Warum das auf dieser touristisch wertvollen Fläche direkt zwischen Strand und Trave passieren muss, konnte uns bislang noch niemand schlüssig erklären. Es erinnert uns an die Vorgänge in Mainz, wo die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest ebenfalls ihr Kontrollzentrum direkt ans schöne Rheinufer platzieren wollte. Das haben die Mainzer sich aber nicht gefallen lassen und die Bundesbehörde davon überzeugt, dass ein schickes Gebäude sechs Kilometer landeinwärts auf brachliegenden Ackerflächen genauso gut geeignet ist. Denn im Zeitalter der weltumspannenden Kommunikation können die Schiffchen auf der Ostsee genauso gut von Timbuktu aus gelenkt werden oder auch vom Gewerbepark Blankensee.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm, Autorin: Dr. Hildegund Stamm

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