Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 28. Juli 2009

Luftblase über Blankensee

Bündnis 90 / Die Grünen

Die Hansestadt Lübeck ist wieder auf der Suche nach einem privaten Teilhaber für den Flughafen Blankensee. Sollte sich auf dem Weltmarkt herumgesprochen haben, dass ein 'global player' hier nach verlorenem Spiel seinen Einsatz aus der Stadtkasse zurück bekommt, werden die Interessenten womöglich noch Schlange stehen. Das ist nicht einmal mehr 'Casino-Kapitalismus': da bekommt man das, was am Roulette-Tisch verloren wurde, am Ausgang nicht wieder in die Tasche geschoben. Der Firma Infratil, die sich aus der Lübecker Flughafen GmbH verabschiedet, ist kaum ein Vorwurf zu machen. Mit dem Großflughafen Hamburg in der Nachbarschaft bleiben für Lübeck die Billigflieger übrig, die keine seriösen Nutzungsentgelte zahlen und die nur billig sein können, weil die Allgemeinheit teuer draufzahlt. Vergleichbare Regionalflughäfen zeigen es ebenso: Weeze am Niederrhein hatte 590 tausend Fluggäste im Jahr 2005 und machte dabei 4,5 Millionen Euro Verlust. Hahn bei Frankfurt hatte 3,7 Mio. Passagiere plus Frachtflüge und 16 Mio. Euro Verlust. Beide Flughäfen werden von der Firma Ryan Air genutzt. 3,25 Millionen Fluggäste strebt Lübeck bis zum Jahr 2020 an, und Ryan Air wird vom Senat gebeten sie herbei zu schaffen. Wir GRÜNEN haben es aus diesem und vielen anderen Gründen in der Bürgerschaft abgelehnt, Geld für die weitere Investorensuche unter der Voraussetzung eines solch irrationalen Geschäftsmodells auszugeben. Die Billigfliegerei auf Regionalflughäfen ist kein Luftverkehr, sondern eine Luftblase: mit unwahren Ti-cketpreisen, unwahren Nutzungsentgelten, unwahren Treibstoffpreisen.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert, Autor: Hans-Jürgen Schubert

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de