Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 04. August 2009

Recherche polnischer Historikerin

Bürgergast der GEMEINNÜTZIGEN untersuchte Integration

Statt das sonnige Wetter zu genießen, widmete sich Katarzyna Marciszewska wochenlanger Archiv- und Recherchearbeit. Die polnische Historikerin folgte dafür einer Einladung der GEMEINNÜTZIGEN, im Juni und Juli als Bürgergast in Lübeck zu verweilen. Während ihres Aufenthaltes beschäftigte sich die 24-Jährige mit dem Integrationsprozess Lübecks Vertriebener in den Nachkriegsjahren. Lübecks Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer empfing die Doktorandin der Geschichte im Rathaus und verschaffte sich einen Überblick über die vorangegangene Arbeit in der Hansestadt.

Die in Stettin geborene Katarzyna Marciszewska, die auch Redakteurin eines von jungen Stettinern gebildeten Internetportals ist, ist begeistert von Lübeck. "Ich fühle Leben hier. Ich mag den Geist der Stadt und die vielen Touristen." Und warum Lübeck? "Ich interessiere mich besonders für Grenzstädte. Diese sind viel internationaler. Und damals, als DDR und BRD noch existieren, war Lübeck natürlich eine große Grenzstadt." Aussagekräftige Ergebnisse könne Marciszewska allerdings noch nicht vorlegen. "In Lübeck habe ich Quellenarbeit betrieben, Interviews geführt und recherchiert. Die Auswertung folgt später in Polen." Ein großer Dank ginge in diesem Zusammenhang an alle Mitarbeiter des Archivs und der Museen sowie die zahlreichen Interviewpartner, die die 24-Jährige bei ihrer Spurensuche in der Hansestadt unterstützten. Sie komme gern wieder - und dann vielleicht auch nicht dienstlich.

"Lübecks Bürgergäste hinterlassen Spuren in Lübeck und sind gleichzeitig Botschafter Lübecks", betonte Schopenhauer die Bedeutung des oft internationalen Besuches. Umso mehr würde es sie freuen, wenn demnächst jeder Bürgergast an ihre Tür klopfen würde und sich vorstelle. "Der Austausch ist wichtig, um den Blick zu erweitern!" Besonders freue sich Schopenhauer über den Besuch aus Stettin, denn zu dieser polnischen Stadt bestünden noch alte Beziehungen. Zum Abschluss durfte sich die junge Polin in das Gästebuch der Stadtpräsidentin eintragen. Verlegen fragte sie nach einen Stift, denn ihren hatte sie in Anbetracht der "großen Ehre" vergessen.

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