Ausgabe vom 04. August 2009
Autorin: Dr. Hildegund Stamm
MuK-Erfolg: Lichtblick am Himmel
Lübecker BUNT
MuK-Erfolg:
Lichtblick am Himmel
Die Musik- und Kongresshalle, seit der Eröffnung im Jahr 1994 ein
ständiger Verlustbringer für Lübeck in Millionenhöhe,
scheint erstmals seit Jahren den Weg aus dem selbstgemachten Finanzdesaster zu
finden. Unter Führung von Ilona Jarabek, der handfeste Arbeit mehr liegt
als öffentlichkeitswirksame Schaumschlägerei, ist es in kurzer Zeit
gelungen, das Riesenloch in der MuK-Kasse zu verkleinern - und zwar von einst
über 1,7 Millionen auf jetzt 540.000 Euro. Dies ist ein Hoffnungsschimmer,
aber auch ein Beleg dafür, wie eine städtische Gesellschaft die
Hansestadt viele Jahre lang hinter Lichts führen kann, ohne dass
irgendwelche Konsequenzen zu befürchten sind. Wir erinnern uns mit Grausen
an die ständig vorgetragenen Behauptungen des ehemaligen MuK-Chefs, eine
derartige Halle könne nirgends ohne Riesenverluste betrieben werden. Er
forderte flugs den Neubau weiterer Verlustbringer wie eine Messehalle, der
gerade noch abgewendet werden konnte. Politik und Bürgermeister haben dem
Geblubber nur zu gerne geglaubt und geben sich auch heute noch blauäugig,
wenn schillernde Projekte städtischer Gesellschaften nur genügend
hohe Verluste versprechen. Millionen Euro für den Flughafen, den
eigentlich niemand braucht? "Kein Problem." Hunderte von Millionen für die
heilige Kuh Hafen? "Das sind wir uns schuldig". Und Millionen für das
Pleite-Projekt International School of New Media? "Davon hängt
Lübecks Zukunft ab". Als Hauptargument müssen stets
Arbeitsplätze herhalten, die dann im versprochenen Umfang nie entstehen.
Schwindler fliegen irgendwann auf. Ein schwacher Trost für uns
Bürger!
V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm




