Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 25. August 2009

Lübecks Natur in den besten Händen

Wie sieht die Arbeit einer Behörde aus, die unsere Umwelt verwaltet?

"Lübeck hat eine Naturschutzbehörde? Das wusste ich ja gar nicht!" So zeigte sich eine Besucherin bei einer öffentlichen Veranstaltung erstaunt, als sie mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Behörde an deren Informationsstand sprach. Senator Thorsten Geißler und das Team in der Lübecker Naturschutzbehörde möchten das ändern.

Die 16 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wollen zudem zeigen, dass sie in dieser Behörde keine verstaubten Akten wälzen, sondern mit Menschen und für Menschen daran arbeiten, Lübecks Naturkostbarkeiten zu erhalten und zu verbessern. Lesen Sie im zweiten Teil mehr über die Arbeit der Naturschutzbehörde und anstehende Projekte.

Raus ins Grüne

Am Wochenende, im Urlaub und zum Feierabend zieht es viele Menschen zur Erholung in die Natur. Damit sie sich dort so richtig wohlfühlen können, sorgt das Team Zukunftsplanung unter anderem dafür, dass die Erholungsgebiete zugänglich sind und für ein verträgliches Miteinander zwischen Mensch, Pflanzen und Tieren. Dazu bedarf es einer sorgfältigen Bestandsaufnahme und der Planung von Verbesserungsmaßnahmen. Geograf Wolfgang Nagel und Biologin Dr. Ursula Kühn sind in der Naturschutzbehörde Ansprechpartner für alles, was mit Erholungsplanung zu tun hat. Grafikerin Susanne Thiessen hat das Know-how, um die Planung in ansprechenden Karten darzustellen.

"Es ist nicht immer einfach, alle Interessen von Erholungssuchenden unter einen Hut zu bekommen," sagt Dr. Ursula Kühn, "Wenn die Wege zu schmal sind, können sich Reiter und Spaziergänger gegenseitig stören, wo Kinder häufig spielen, sollte es keine Strecken für freilaufende Hunde geben. Wenn Vögel auf Wiesen brüten, sollte der Mensch in einem entsprechenden Abstand bleiben. Solche Konflikte zu ermitteln und Lösungen zu entwerfen, das ist eine der Aufgaben in der Landschaftsplanung". Wolfgang Nagel ergänzt: "Ich setze mich besonders für die Erholung in den Kleingärten ein. Sie sollen ein Ort für viele Erholungssuchende sein."

Lübecks Natur hat viele Kostbarkeiten, die kaum einer kennt. Um diesem Missstand abzuhelfen, hat die Naturschutzbehörde zusammen mit vielen Vereinen die Reihe des Erholungsführers "Lübeck natürlich!" erarbeitet. In den drei Bändchen werden alle Erholungsgebiete in Lübeck und Umgebung genauestens beschrieben.

In Lübeck wird der Wassersport groß geschrieben. Wenn es darum geht, für die Sportler der Travemünder Woche zeitlich begrenzte Zeltmöglichkeiten bereitzustellen, wird Verwaltungsbeamtin Vera Hagen aktiv.

Verwaltung mit Herz und Verstand

Teamarbeit wird in der Naturschutzbehörde groß geschrieben: Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die Verwaltungsrecht studiert haben, kennen die gesetzlichen Regelungen für den Naturschutz genau. Zusammen mit den Biologen und Landespflegern sorgen sie in der Naturschutzbehörde dafür, dass die regionalen und nationalen und europäischen Naturschutzgesetze eingehalten werden. "Die Gesetze sehen bei besonders schützenswerten Flächen natürlich Verbotsregelungen vor, die eine Beeinträchtigung der Natur verhindern sollen", erläutert Teamleiterin Michaela Hoch. "Manchmal können davon allerdings Ausnahmen zugelassen werden, beispielsweise dann, wenn überwiegende Gründe des Allgemeinwohls dies erfordern. Einen solchen Fall hatten wir zum Beispiel bei einer neuen Gasleitung, die im Naturschutzgebiet Wakenitz verlegt werden sollte. Bei diesen Verfahren beteiligen wir regelmäßig auch die örtlichen Naturschutzvereine, zu denen enge und gute Kontakte bestehen."

Wenn es ums Geld geht, ist die Arbeit von Sabine Scholz gefragt. "Ich verwalte die von der Bürgerschaft für die Aufgaben der Naturschutzbehörde beschlossenen Haushaltsmittel. Da ist es besonders wichtig, alle Ausgaben sorgfältig zu prüfen, zu dokumentieren und sparsam mit den Geldern umzugehen. In Lübeck gibt es viele schöne Bäume. Damit das so bleibt, prüfen Helga Cytkowski und Janine Lembke jeden Baumfällantrag sehr genau. Verwaltungsfachfrau Mandy Witt und Biologe Olaf Niehus achten darauf, dass in Zoohandlungen der Artenschutz eingehalten wird.

Behörde bürgernah

Die Landespfleger Matthias Kayser und Frank Kling kommen bei ihrer Arbeit in Lübeck viel herum. Die Natur haben sie dabei wie ihre Westentasche kennen gelernt. "Von diesem Wissen möchten wir abgeben", sagt Matthias Kayser. "Wir organisieren daher regelmäßig naturkundliche Spaziergänge für alle Interessierten. Und die kommen nicht zu knapp. Manchmal hatten wir schon über 50 Leute dabei. Sie sind so begeistert, wenn wir mit ihnen zusammen Vogelstimmen erkennen oder Froschkonzerte hören." Frank Lammert fügt hinzu: "Wir wollen auch junge Leute für den Naturschutz begeistern und setzen daher auf unsere Angebote auf den Lübeck-Seiten im Internet. Da gibt es eine interaktive Landschaftskarte und ein Diskussionsforum."

Aktuelle Projekte der Naturschutzbehörde

Natürlich plant die Behörde auch in nächster Zeit neue Naturschutz- und Erholungsaktivitäten. Im Schellbruch soll ein sogenannter Hide gebaut werden. Das ist ein kleines Gebäude mit schmalen Ausgucken, durch die man die Vogelwelt des Schellbruchs in aller Ruhe beobachten kann, ohne die Tiere zu stören. Auf dem Priwall sollen weitere Naturerlebnismöglichkeiten entstehen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Naturflächen werden im Rahmen eines Landschaftsplans untersucht. Das Team "Zukunftsplanung" erarbeitet Lösungen, wie man in Lübeck am besten auf die vom Klimawandel hervorgerufenen Veränderungen reagieren kann.

Und wie sieht die Zukunft aus?

Naturschutz braucht eine starke Stimme, um als gleichberechtigter Partner in der Stadtverwaltung und in der

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