Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 25. August 2009

Tierpark-Elend geht weiter

Bündnis 90 / Die Grünen

In der Bürgerschaft und ihren Ausschüssen hat sich eine Mehrheit für die Kündigung des Tierparkvertrags ausgesprochen, um - falls Bedarf - einen grundlegenden Neuanfang für einen artgerechten Tierpark zu ermöglichen, und um für einige psychisch geschädigten Tiere eine Unterbringung mit Verhaltens-Betreuung vermitteln zu können.

Die Kündigung wird jedoch vom Senat nicht ausgesprochen. Stattdessen wird die Verwaltung seit letzten Herbst mit einer Serie wirrer Konzepte beschäftigt, um die Tierpark-Misere wieder einmal, wie schon in den Neunzigerjahren, zu verschleppen. Die Machbarkeit solcher Konzepte ist für die zuständigen Verwaltungs-Abteilungen "nicht erkennbar". Der zoologisch sachkundige Verfasser ist für die politischen Gremien nicht zu sprechen. Die Unterkunft der Schimpansen wird von Landesbehörden mit dem Zollstock geprüft, als gäbe es keine Tierpsychologie mehr.

Die hohen europäischen Anforderung an einen Tierpark gelten als erfüllt, wenn ab und zu eine Schulklasse hindurch geführt wird: das ist dann der moderne Bildungsauftrag.

Die konservative Minderheit in der Bürgerschaft spricht sich pauschal für einen Tierpark in Lübeck aus; die Mehrheit aus GRÜNEN, LINKEN und SPD will erst wissen, welche Tiere auf welche Weise gehalten werden sollen.

Käfige sind für Wildtiere kein Lebensraum. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass in Israelsdorf ein angemessener Tierpark zu realisieren ist, der das Wohlergehen der Tiere gewährleisten könnte.

Deshalb wird an den Beschlüssen zur Kündigung festgehalten.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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