Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 01. September 2009

Museen bewegen auch im Regen

32 blaue Sofas sind der Blickfang zur 9. Lübecker Museumsnacht

Man konnte sie nicht übersehen - die blauen, beleuchteten Plastiksofas. 32 dieser schrillen Sitzgelegenheiten zeigten den zahlreichen Kulturfreunden der Hansestadt und Umgebung schon von weitem, wo ihnen mit ihrer museumsnacht-Eintrittskarte Einlass gewährt wurde. Und das war manchmal ziemlich praktisch, denn vor lauter Regen und Schirmen konnte man schonmal die Orientierung verlieren.

"So lang ich mich erinnern kann, hatten wir noch nie so ein Regenwetter", resümierte Jutta Junge, Sprecherin der Lübecker Museen. Trotzdem habe es ihr gut gefallen.

Trotz fehlender Gartenatmosphäre war die Stimmung während der neunten Lübecker Museumsnacht einzigartig. Man arrangierte sich und drängte in die Häuser. "Rappelvoll", traf es am ehesten. Und während man in den großen Museen kaum mit dem Zählen der Besucherströme kaum hinterher kam, zählte man in den kleineren Galerien der Abwechslung halber die Schirme. "Es kommt doch auf`s gleiche raus", scherzte ein Ehrenamtlicher Helfer.

Scherzen und zählen konnte auch Hans-Heinrich Mangels an diesem Abend reichlich. Und erzählen konnte er auch. Er, seinesgleichen Lübecks Rikscha-Fahrer, erwartete von 18 bis 24 Uhr die Besucher vor den Museen und brachte sie kostenlos zum nächsten Ziel auf der Altstadtinsel. "Manche haben kurzerhand ihren Plan geändert, damit sich die Fahrt auch lohnt", erzählt Mangels lachend, während er schier mühelos in die Pedale tritt. Dem Hilfsmotor sei Dank, überstehe er auch eine Dauerbelastung wie in dieser Nacht problemlos.

Justus Hauschildt (8) erkundet zeitgleich das Museum für Archäologie. Der junge Kieler ist zum ersten Mal bei der Museumsnacht dabei und findet es "ultra spannend". Besonders die alten Münzen und das werkeln mit den Backsteinen habe ihm gefallen. Nächstes Jahr wolle er mit seiner Familie wiederkommen.

Darüber würden sich auch Inge Henning (70) und Martin Lohmann (39) freuen. Die beiden verbrachten die erste Hälfte der Nacht am Infostand auf dem Schrangen: "Es ist schön, wenn man gebraucht wird und bei der Museumsnacht wird jeder gebraucht - als Helfer oder Besucher", erklärt Inge Henning ihre Motivation. Martin Lohmann schätz den Besucherandrang: "Hier am Stand war in etwa so viel los wie im letzten Jahr. Sobald es aufklarte hatten wir mit drei Kassen gut zu tun, während des Regens war eine ausgelastet." Andreas Tilch vom Bereich Stadtgrün und Friedhöfe der Hansestadt war, wie nicht anders zu erwarten, im Garten des Günter-Grass-Haus anzutreffen: "Es ist wie immer ganz schön, der Regen ist zwar ungeplant, aber nicht schlimm". Die Verknüpfung der Museen und das Motto "Museen bewegen" sind offensichtlich gelungen. fem

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