Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 01. September 2009

Positive Stimmung in der MuK

Zuschussbedarf konnte gesenkt werden - Neuausrichtung auf Kongresse

Zahlreiche Großveranstaltungen konnte die Musik- und Kongresshalle im Jahr 2008 vorweisen - unter anderem den 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin mit über 2000 Teilnehmern, die Konferenz des UN-Weltklimarates über erneuerbare Energiequellen, den SPD-Landesparteitag, das FanFest zur Fußball-Europameisterschaft und gut bis sehr gut besuchte Konzerte wie Ich + Ich, Bastian Sick, Ute Lemper und Jürgen von der Lippe.

Das gute Programm und die Besucherzahl wirken sich positiv auf die Zahlen aus: Flossen 2006 noch 840.000 Euro Zuschuss aus dem Stadtsäckl in das Veranstaltungshaus, waren es 2008 nur noch 540.000 Euro. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2002 wurde die MuK mit rund 1,5 Millionen Euro aus städtischen Mitteln bezuschusst.

Dass weniger Geld von der Stadt benötigt werden, erklärt MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek so: "Natürlich haben wir gespart, wo es ging, aber vor allem konnten wir die Einnahmen erhöhen". Stolz sei sie, dass sogar die städtische Zielvorgabe für das Jahr 2008 von 590.000 Euro um rund 50.000 unterschritten wurde. Ein Hauptgrund sei die gestiegene Zahl der Veranstaltungen von 288 im Jahr 2007 auf 322 im Jahr 2008. Die Ausgaben stiegen von 4,6 Millionen Euro auf 4,8 Millionen Euro - die Einnahmen aber ebenso: Von 3,3 Millionen Euro in 2006 auf 3,9 Millionen Euro in 2007 und im Jahr 2008 gar auf 4,3 Millionen Euro. Die Besucherzahlen verbesserten sich von 180.000 auf 194.000.

Auch Aufsichtsrat Frank-Thomas Gaulin (SPD) zeigt sich zufrieden mit den Zahlen: "Sie sind gut. Allerdings kann die MuK nicht mehr viel einsparen, sonst sparen wir uns kaputt". Zudem verschone die Wirtschaftskrise auch die Veranstaltungsbranche nicht. So seien bei den für Lübeck maßgeblichen Kongressen mit 250 bis 1500 Teilnehmern bundesweit die Zahlen im vorigen Jahr zurückgegangen. "Die Gäste reagieren zurückhaltender auf das gastronomische Angebot", schildert Ilona Jarabek ihre Beobachtungen. Allerdings konnten diese Rückgänge durch das Veranstaltungsplus ausgeglichen werden.

Künftig will die Musik- und Kongresshalle ihren Schwerpunkt vermehrt auf Kongresse legen. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung sei für Lübeck wichtig. Frank-Thomas Gaulin zeigt das am Beispiel des Pneumologie-Kongresses: "Da sind zum einen die MuK-Aufwendungen, von denen eine sechsstellige Summe in die hiesige Wirtschaft flossen, und es sind die Ausgaben der mehr als 2000 Kongressteilnehmer. Wenn wir sehr vorsichtig schätzen und von 120 Euro ausgehen, die jeder Kongressteilnehmer allein für Übernachtungen pro Tag ausgegeben hat, so kommen wir bereits auf einen Betrag von 720.000 Euro. In der Regel wird bei Geschäftsreisenden von Gesamtausgaben von 200 Euro pro Tag ausgegangen." Insgesamt kamen durch Aufwendungen der Musik- und Kongresshalle im Jahr 2008 etwa drei Millionen Euro der regionalen Wirtschaft zugute. msn

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