Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 01. September 2009

Das Ende der Post?

Autor: Hans-Jürgen Martens

Die Linke

Die Post AG hat angekündigt bis 2011 seine verbliebenen eigenen 475 Filialen aufzugeben. Auch Lübeck wird von diesem Kahlschlag betroffen sein. Nach der weitgehenden Demontage der meisten Briefkästen, werden nur die Filialen in der Königstraße und im Meesenring übrigbleiben. In Zukunft möchte die Deutsche Post AG ihre Dienstleistungen in Einzelhandelgeschäften anbieten. Das könnte heißen dass Briefe und Pakete und auch Bankgeschäfte künftig beim Schlachter oder bei der Tankstelle nebenan angeboten werden könnten. Die Post kann sich zwar durch Tarifverträge nicht sofort von Mitarbeitern trennen, aber langfristig wird die Post AG immer weniger Personal beschäftigen. Diese ehemaligen Mitarbeiter der Post AG werden sich im Hartz 4-Bezug oder im Niedriglohnsektor wiederfinden. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Im Jahre 1994 wurde im Rahmen der Postreform II die Privatisierung der Post AG, mit den Stimmen von CDU/CSU, FDP, der Mehrheit der SPD sowie Teilen der Grünen beschlossen, nur die damalige PDS stimmte dagegen. Im Gesetz fehlt eine substantielle Aussage darüber, wie die flächendeckende Versorgung in privatwirtschaftlicher Form auch auf dem Lande dauerhaft aufrecht erhalten werden kann. Es gibt sie lediglich als abstrakte Verpflichtung des Staates im damals neu eingeführten Artikel 87f des Grundgesetzes. Man hat die alte Post durch einen ausschließlich von Profitinte-resse seiner Manager und Investoren bestimmten Betrieb ersetzt. Dieser dient nur noch individueller Selbstbereicherung und der Ausplünderung der Allgemeinheit.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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