Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 01. September 2009

Radwege: Es geht nicht voran

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Es vergeht keine Woche ohne schweren Radunfall auf Lübecks Holperstraßen. Zuletzt meldete die Polizei vom Gneversdorfer Weg eine vom Auto angefahrene Radlerin. Sie wurde offenkundig verletzt, weil hier eine gefährliche Einmündung nicht fahrradgerecht gestaltet ist. Derartige Gefahrstellen gibt es in Lübeck zuhauf. Eine Liste darüber wäre lang, nur hat sie bislang noch niemand erstellt, auch die Bauverwaltung nicht, die dafür zuständig ist. Lübecks Radwege tragen ihre Namen zu unrecht: Es sind vielmehr Zumutungen für Radler, wüste Holperstrecken, meist viel zu schmal und flankiert von zahlreichen Gefahrstellen. Sie quälen uns beispielsweise an der Fackenburger Allee: Dort wird der vielbefahrene Radweg flankiert zur Linken von Glas- und Papiercontainern sowie parkenden LKW mit scharfkantigen Aufbauten, zur Rechten von Schildermasten und Laternenpfählen, die den Radfahrer zu großer Konzentration zwingen. Von einem sicheren und komfortablen Radwegenetz kann in Lübeck keine Rede sein. Daran ändern auch die derzeit laufenden Sanierungsmaßnahmen wenig. Wir stellen leider fest, dass wir im Thema Radwege in Lübeck nicht vorankommen. Dass der Radverkehr rapide zunimmt und aus umwelt- und gesundheitspolitischen Gründen massiv gefördert werden müsste, hat die Stadtspitze bis heute nicht kapiert. Dabei ist klar: Wir benötigen dringend einen langfristigen Plan für eine neues, autostraßenfernes Radwegnetz. Man wird irgendwann damit anfangen und auch Geld in die Hand nehmen müssen. Je länger man untätig wartet, desto teurer wird es: Für die Stadt und vor allem ihre gefährdeten Radfahrer.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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